Right Said Fred - For Sale - Cover
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Right Said Fred For Sale


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 54 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nein, nein und nochmals nein! Südkorea wird schon gewusst haben, was sie tun als sie in den Neunzigern prophylaktisch den weltweiten Hit „I´m too sexy“ von Right Said Fred verbieten ließen. Denn so sehr sich die Gebrüder Richard und Fred Fairbrass auch anstrengen, sie bringen seit Jahren nicht mehr als eine zündende Idee zustande, die zu einer Single verbraten wird und dessen dazugehöriger Longplayer eine mehr als unnötige Ansammlung von pseudophilosophischen Liedern mit unterdurchschnittlichem musikalischen Beiwerk darstellt. Was die Presse dann an Texten wie „I woke up this morning and I wanted / I wanted to be where you are / I woke up this morning and I wanted / I wanted to be where you are / But I am over here / And you are over there” (aus “Sweet wonderful you”) „sophisticated“ findet, bleibt mir ein Rätsel. Vielleicht ist es die perfekt polierte Glatze des muskelbepackten Sängers die die Kritiker blendet und solch einen Unfug erfinden lässt. Zugegeben lassen sich vereinzelt sarkastische und gesellschaftskritische Tendenzen ausmachen, aber eine komplette „Right Said Fred“-LP diesem Schema unterzuordnen ist etwas weit hergeholt.

Hinzu kommen noch die billigen Arrangements, die einen schlagartig an das letzte Oktoberfestfest denken lassen, wo ähnliches aus einem Keyboard mit seinen hunderten 0815-Melodien gezaubert wurde. Bei einem Blick auf den Titel des neuesten Opus drängt sich während dem ersten Durchgang unweigerlich der Vergleich auf, RSF wären für die Produktion der neuen Platte auf den Musikbasar gegangen und hätten nicht mehr benötigte Samples zu einem Schleuderpreis erstanden, die sie nun in Songs verpacken und als ihre eigenen selber zum Verkauf anbieten. Eine sehr clevere Strategie! Dass das gecoverte Stück „Where do you go to my lovely?“ (im Original von Peter Sarstedt) sich selbst an die Beatles und deren „You´ve got to hide your love away” anlehnt ist blanke Ironie.

Am Ende bleibt nicht mehr als ein ernüchterndes Gefühl, das darauf zurückzuführen ist, dass in fast einer Stunde und ganzen 14 Stücken („Drifting“ und „Kiss my softly“ dauern jeweils nur eine Minute und sollen wohl so etwas wie Zwischenspiele darstellen) nicht ein einziger Song darunter ist, der als eigenständig oder nicht austauschbar angesehen werden kann. „For Sale“ wird für alle Ballermann-Fans und Partytiger mit Sicherheit wieder ein gefundenes Fressen sein, auch wenn die langsameren Stücke („Cost of loving“ im Big Band-Stil für Arme, „Simple“ als Country-Verschnitt, „Obvious“, „Here I am“ und „Worthless love“ mimen die obligatorischen und zusätzlich klischeeüberladenen Balladen und bei „Hollywood ending“ erklärt sich alles anhand des Titels) aus dem Rahmen fallen und dem durchgehenden Mitgrölfaktor Einhalt gebieten. Das stört nach dem dritten Kübel Sangria aber auch nicht mehr. Na dann Prost!

Anspieltipps:

  • You´ve Got To Hide Your Love Away
  • Where Do You Go To My Lovely
  • Sweet Wonderful You
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