Simple Plan - MTV Hard Rock Live - Cover
Große Ansicht

Simple Plan MTV Hard Rock Live


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 65 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Funktioniert Pop-Punk nicht mehr, oder warum haben die kanadischen Spaßvögel von Simple Plan bei uns noch immer nicht den Durchbruch geschafft? Okay, zu Hause und in den USA läuft es nicht schlecht für die Burschen aus Montreal. Hohe Chartplatzierungen und ein paar Millionen verkaufte CDs sprechen eine deutliche Sprache. Selbst in Asien sind ihre Alben „No Pads, No Helmets, Just Balls” (2003) und „Still Not Getting Any...” (2005) echte Top-Seller. Nur in good old Germany kamen Pierre Bouvier (Vocals), Jeff Stinco (Gitarre), David Desrosiers (Bass), Sebastien Lefebvre (Gitarre) und Chuck Comeau (Drums) bisher nicht über ein paar kleinere Achtungserfolge hinaus.

Allerdings ist es nicht so, dass die Jungs – wie viele ihrer Kollegen – es nicht probieren würden, den begehrten deutschen Markt für sich zu erschließen. Letztes Jahr rockten sie vor 65.0000 Zuschauern bei Rock im Park und Rock am Ring. Und pünktlich zur Deutschland-Veröffentlichung ihrer Live-CD „MTV Hard Rock Live“ gehen die Fünf auf eine kleine Wintertournee.

Das für die in Deutschland recht unbekannte MTV-Serie mitgeschnittene Konzert in Orlando, Florida präsentiert eine knappe Stunde lang perfekten Power-Pop-Punk für die Zielgruppe, die in den beiden Live-Clips zu „Shut up!“ und „Jump“ im Enhanced Part der CD gut ins Bild gerückt wird. Denn das Simple-Plan-Publikum ist weiblich, jung, zahlungskräftig und trägt zum Wonderbra Zahnspange.

Sänger Pierre Bouvier kommuniziert während des gesamten Konzerts im Stile eines ekelhaft aufdringlichen Profi-Animateurs („Put your hands up!”, „Make some freakin’ noise!“, „Are you having fun?”, „I want you all to scream!“) mit seinen Fans, während die Band ein fröhliches Riff-Feuerwerk aus der Abteilung „Rundum sorglos“ abfeuert. Dazu lässt sich wunderbar hüpfen, kichern und mit Brause spritzen. Und wer die Texte beherrscht, stimmt in den kreischenden Kinderchor ein. Das ist US-Entertainment at it’s best. In kleinen, verschwitzten Clubs im kalten deutschen Winter kann man sich dieses Schauspiel dagegen nicht vorstellen. Doch die Kanadier machen ernst. Ende Januar gibt es für die deutschen Fans ein geballtes Hit-Paket auf die Ohren.

13½ Smasher (der Song „Crazy ist doppelt vertreten) aus sage und schreibe zwei Studioalben finden sich auf dieser CD. Der Sound ist druckvoll, die Hit-Dichte enorm. Fans der frühen Blink-182 und Green Day kommen voll auf ihre Kosten. Oder, um mit den Worten des Plattitüden-König Pierre Bouvier zu sprechen: „Do you like to party with Simple Plan tonight?“ Nee, lass mal stecken…

Anspieltipps:

  • Crazy
  • Addicted
  • Welcome to my life
Neue Kritiken im Genre „Punkrock“
Diskutiere über „Simple Plan“
comments powered by Disqus