Gwen Stefani - The Sweet Escape - Cover
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Gwen Stefani The Sweet Escape


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die süße Gwen hat’s mal wieder geschafft. Nach den Erfolgen mit ihrer Band No Doubt („Don’t speak“), ging auch ihr Solo-Debütalbum „Love.Angel.Music.Baby“ (2004) durch die Decke und verkaufte sich in schwierigen Zeiten über acht Millionen Mal. Kein Wunder, dass der Nachfolger „The Sweet Escape“ noch unbedingt in diesem Jahr erscheinen muss. Die Bilanz der gebeutelten Plattenfirma gehört nämlich dringend aufgebessert.

Was vor zwei Jahren aus kommerzieller Sicht traumhaft funktionierte (unter Mithilfe von Tony Kanal, Nellee Hooper, Dr. Dre, The Neptunes, Dallas Austin, Linda Perry und Andre 3000 hielt sich schwaches Füllmaterial die Waage mit fünf weltweiten Hitsingles: „Cool”, „What you waiting for”, „Hollaback girl”, „Luxurious”, „Rich girl”), soll nun wiederholt werden. Dazu lud Gwen Stefani mit Linda Perry, No-Doubt-Bassist Tony Kanal, Pharrell Williams von den Neptunes sowie Nellee Hooper alte Bekannte ins Studio ein. Mit Swizz Beatz, Akon und Tim Rice-Oxley von der Band Keane sind aber auch ein paar frische Songwriter und Co-Produzenten mit von der Partie.

Dem ungeachtet, startet „The Sweet Escape“ mit vertrauten „L.A.M.B.“-Rhythmen. Auf einen typisch fetten Neptunes-Beat, der irgendwie nach The Black Eyed Peas meets Oktoberfest-Blaskapelle klingt, darf Frau Stefani aus voller Brust – jawohl! – jodeln! Das ist doch mal was Feines. Ein Hallo-Wach-Effekt sozusagen, der allerdings schnell verpufft. Angeführt von antiken Beats und dem als Selbstplagiat durchgehenden Text von „Orange county girl“, geht es über die berechnend eingekaufte Langweilerkomposition von Tim Rice-Oxley („Early winter“), hin zu den üblichen Balladen, die nicht wirklich den Effekt dieses Liedgutes erzielen können, nämlich große Gefühle zu vermitteln („4 in the morning“). Okay, das alles klingt irgendwie nicht schlecht, da professionell produziert, und manchmal auch richtig stark, weil sich Künstler und Produzent etwas trauen („Yummy“). Wirklich begeistern kann „The Sweet Escape“ letztendlich nicht.

Es kommt die erprobte Formel aus Pop, Funk, HipHop und R&B zur Anwendung, die in einer Mischung aus astreinen Dancetracks („Breakin’ up“) und netter Radiokost ohne Ecken und Kanten („U started it“) auf maximale Eingängigkeit getrieben wurde. Doch wo der Vorgänger noch Hitsingles en masse und eine Spur Experimentierfreude bot, bleibt das Songmaterial diesmal merkwürdig blass, als würde eine Art Resteverwertung stattfinden.

Anspieltipps:

  • Yummy
  • Wind it up
  • Fluorescent
  • Wonderful life
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