In Extremo - Raue Spree 2005 - Cover
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In Extremo Raue Spree 2005


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 80 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die ostdeutsche Band In Extremo hat eine der ungewöhnlichsten Erfolgsgeschichten im Musikzirkus der letzten zehn Jahre vorzuweisen. Gegründet ca. zur Mitte der 90er Jahre, zog man anfänglich als mittelalterlich rockender Spielmannszug durch die Lande. Nach zwei selbstaufgenommenen CDs wird das Indie-Label Vielklang auf das Projekt aufmerksam. In Extremo wird unter Vertrag genommen, landet mit „Weckt die Toten!“ (1998) einen kommerziellen Überraschungshit, der die Fachpresse und das Major-Label Universal auf die Band aufmerksam macht.

Mit dem Vertrag bei Universal beginnt für viele Fans der ersten Stunde der Ausverkauf der ehemaligen Marktplatzrocker. Sie gehen auf große Headlinertour, spielen Konzerte im Ausland (u.a. Mexiko, Nordamerika, Skandinavien, Benelux), Videoclips werden auf MTVIVA gesendet und alle folgenden Alben gehen in den Charts voll durch die Decke. Ein weiterer Höhepunkt ist der Auftritt bei Stefan Raabs „Bundesvision Songcontest 2006“, wo sich In Extremo überraschend weit vorne platzieren können. Parallel zu diesem medienträchtigen Auftritt, erscheint mit „Raue Spree 2005“ ein in Berlin aufgezeichnetes CD/DVD-Live-Set, mit dem Das letzte Einhorn (Gesang, Cister, Davul, Schalmay), Der Lange (Gitarre, Hörner, Klangbaum, Schellen), Der Morgenstern (Schlagzeug, Percussions, Chimes, Gong & Hülse, Pauke), Dr. Pymonte (Sackpfeife, Harfe, Sitar, Hörner, Klangbaum), Flex der Biegsame (Sackpfeife, Uilleann-Pipe, Drehleier, Flöte), Yellow Pfeiffer (Sackpfeife, Nyckelharpa, Tabla, Schalmay), und Die Lutter (Bass, Trumscheit, Hörner, Klangbaum, Schellen) wieder die Charts anpeilen.

„Raue Spree 2005“ geht mit 17 Songs und 80 Minuten Spielzeit bis an die Grenze des technisch Machbaren – und dürfte damit so manchen CD-Player in die Knie zwingen. Nicht ohne Grund gehen immer mehr Bands dazu über, CDs mit Spielzeiten jenseits von 70 Minuten auf zwei Silberlinge zu verteilen. Denn die Presswerke geben in solchen Fällen keine Garantie bezüglich der Lauffähigkeit auf allen Abspielgeräten ab. Wer sich deshalb scheut, sollte sich vielleicht die gleichnamige DVD zulegen, die das akustische Festmahl mit beeindruckenden Bildern und etwas Bonusmaterial untermalt und darüber hinaus sieben (!) zusätzliche Songs präsentiert.

„Raue Spree 2005“ ist sowohl für Fans – die sicher schon das eine oder andere In Extremo Live-Album im Schrank haben – als auch für Neueinsteiger eine amtliche Vollbedienung. Die Tracks reißen sofort mit und offenbaren rasch das Erfolgsgeheimnis dieser ebenso sympathischen wie ungewöhnlichen Mittelalter-Rock-Band. Mit ihren treibenden Dudelsackklängen und den messerscharfen Heavy-Metal-Gitarren lässt sie auf Anhieb den Funken der Freude auf ihre Hörer überspringen. Sie begeistert mit herausragenden Songs wie „Raue See“, „Omnia sol Temperat”, „Wind“, „Küss mich“ und dem grandiosen „Nur ihr allein“ – um nur ein paar zu nennen – und macht damit Appetit auf mehr. Wer es bisher nicht glaubte: In Extremo sind ganz großes Kino!

Anspieltipps:

  • Liam
  • Wind
  • Raue See
  • Küss mich
  • Nur ihr allein
  • Mein rasend Herz
  • Omnia sol Temperat
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