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Diverse Bushido Präsentiert: Ersguterjunge Sampler Vol.1: Nemesis


  • Label: Ersguterjunge/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 76 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Nemesis”, dem ersten Sampler des Berliner „Ersguterjunge“-Labels, präsentiert der deutsch-tunesischer Rapper Bushido (28) die versammelte Rasselbande des neben „Aggro Berlin“ wohl angesagtesten Rap-Stalls Deutschlands. „Nemesis“ bedeutet strafende Gerechtigkeit und teilt in 20 Tracks (plus Intro und Outro) entsprechend aus. Mit von der Partie sind, entweder solo oder in den verschiedensten Kombinationen, Saad, Chakuza, DJ Stickle, D-Bo, Eko Fresh, Kingsize, Bizzy Montana, Midy Kosov, Nyze und Billy. Und selbstverständlich hat auch Bushido als Rapper und Produzent seinen Teil zum Album beigetragen.

In diversen Solo-Tracks stellen sich die Herrschaften Saad, Eko Fresh, D-Bo, Bizzy Montana, Chakuza und Bushido auf ihre ganz spezielle Art vor. Sie machen auf dicke Hose und zeigen, wer der Gangsta-Boss auf dem Kiez ist. Die Texte sind meist hart und wenig tiefgründig. Es geht ums Ficken, wer der bessere Rapper ist („Augen auf“) und darum, wer das meiste „Bling Bling“ („S.a.a.d.“) vorzuweisen hat. Es wird gedisst, gedroht und gepöbelt („Boom“), aber auch der Versuch unternommen, nachdenklich über Leben und Tod zu reflektieren („Du bist out“). Damit erklären die Burschen nachvollziehbar, warum sie für die Kids auf den Schulhöfen Helden sind.

Mit amtlichen Beats („Nemesis“, „Bruderliebe“, „Montana“, „Einzelkampf“), die vornehmlich von DJ Stickle und Chakuza stammen, und einer anständigen Produktion, ist der Sampler ein interessanter Einblick in das Label-Rooster von Ersguterjunge. Einige Tracks überraschen dabei mit verrückten Ideen (in „Auf der Suche“ wird die Hookline des Jewel-Songs „Foolish games“ gesampelt und verfremdet), ausgefallenen Samples („Welt in Flammen“) und kleinen Stilbrüchen, wie im starken Track „Weil ich auf dich scheiß“, der die Sängerin Billy mit einem sehr persönlichen Song, der sich mit ihrer schmerzhaften Vergangenheit beschäftigt, präsentiert. Natürlich polarisiert Eko Fresh auch auf diesem Sampler mit seinen eigenwilligen Raps („Der König persönlich“) und Bushido darf verdächtigt werden, mit Tunes wie „Lichterkette“ und „Ihr könnt...“ Ausschussware seines letzten Studioalbums verbraten zu haben. Aber dass sich unter so vielen Tracks auch die eine oder andere Niete befindet, dürfte klar und verzeihbar sein.

So ist der Representer-Track von Saad („S.a.a.d.“) einfach nur langweiliges Posing und „Bada boom bada bang“ (Bushido, Eko Fresh, Saad) ein einfallsloser Möchtegern-Angebertrack. Auch „No Homo“ (Chakuza & Nyze) kann nicht wirklich überzeugen, während „So viele Nummern“ (Eko Fresh, Bushido) ebenfalls keine neuen Erkenntnisse in Sachen Fickliedern liefert.

Dennoch: „Ersguterjunge Sampler Vol. 1 – Nemesis“ ist eine kurzweilige Angelegenheit, die streckenweise belegt, dass das Rap-Potenzial in Deutschland noch lange nicht ausgeschöpft ist und die vermeintlichen Topstars der Szene, die z.B. den Titel dieser CD zieren, nicht zwingend zu den künstlerischen Aushängeschildern zählen müssen.

Anspieltipps:

  • Augen auf
  • Auf der Suche
  • Der König persönlich
  • Weil ich auf dich scheiß
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