The Gathering - Accessories: Rarities And B-Sides - Cover
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The Gathering Accessories: Rarities And B-Sides


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 144 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwann kommt die Zeit. Es erscheint ein gesammeltes Werk eines Künstlers oder einer Band. Das Schema ist bekannt, aber auch gefürchtet. Nur zu gern wird es genutzt, um Fans für laue Veröffentlichungen Heller und Pfennig aus der Tasche zu ziehen.

Nicht so bei The Gathering. Die schieben mit „Accessories-Rarities and B-Side“ jegliche Bedenken beiseite. Zahlreiche Demo Tapes, Singleversionen und Live Aufnahmen, lassen auf eine interessante Zusammensetzung schließen. Feine Sache das, denn zum einen waren der aktuellen Trip-Hop Formation in den Anfangsjahren nur wenige Livemitschnitte vergönnt, zum anderen besagte Singles lediglich für teures Geld zu erstehen. Insofern handelt es sich bei jener Zusammenstellung um keine Best-of-Sammlung, vielmehr um Kleinode, die sich im Laufe der Schaffensperiode einfach ansammeln.

„Accessories,...“ erstreckt sich beinah über die gesamte Produktionsgeschichte der Holländer hinweg. Death- wie Gothicmusik ist ebenso vertreten, wie der später eingeschlagene Trip-Hop orientierte Weg. Die „Nighttime Birds“ dürfen sich an einem instrumental beschwingten „Kevins Telescope“ erfreuen. Vom elektrischen Meisterwerk „How to measure a planet“ darf eine swingträchtige Vorabversion eines „Illuminating“ bestaunt werden. Eine Zusammenfassung aller Raritäten ist dabei kaum möglich. Fans der Band werden mit “ihren” Lieblingssongs im Hinterkopf an die Stücke herangehen. Wo der eine jenes Demoband vielleicht als fade empfinden möge, wird dem anderen ganz warm ums Herz.

Garantierte Highlights finden sich in den Livestücken und Coverversionen. Diesbezüglich gelingt den “Strange Machines” ein fulminanter Auftritt. Mit Pauken und Trompeten präsentiert eine bockige Sängerin den Klassiker als ersten Höhepunkt. Dem Orchester sei Dank. Liedgut aus ehemals härteren Rockzeiten ein neues Gewand zu verpassen, zählt unlängst zu den Paradearbeiten der Truppe um van Gierbergen.
Der nächste Leckerbissen entpuppt sich im „Dead can dance Cover” - „In Power we trust,...”. Obwohl es im Grunde einer punktegenauen Umsetzung des Originals entspricht, wirkt die Gatheringsche Ader hier besonders opulent. Die ethnische Untermalung des Originals wurde komplett gestrichen, um mit feinen Synthesizer Klängen dem altehrwürdigen Stück neues Leben einzuhauchen.

Und so vieles mehr. „Accessories-Rarities and B-Side“ enthält eine ganze Schar von Prunkstücken. Die Leistung an diesem Werk offenbart sich in der Konstellation seiner Tracklist, die durchaus freudig zwischen den, zum Teil erheblich unterschiedlichen Genres umherspringen, ohne dabei störend aufzufallen.

Kauffreundlich ist es allemal, dazu noch schön anzuschauen. Das wunderbar gestaltete Pappcover, samt Booklet (bei dem leider auf Songtexte verzichtet wurden), hinterlässt einen edlen Eindruck. Und bei einem unschlagbar günstigen Preis wie hier, dürfen sogar unkundige Hände bedenkenlos zugreifen.

Anspieltipps:

  • In Power we trust the love advocated
  • Theme from the “Cyclist”
  • Life is what you make it
  • Kevins Teleskope
  • On most surfaces
  • Illuminating
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