Keane - Under The Iron Sea - Cover
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Keane Under The Iron Sea


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Sie kamen (2004), sie sahen („Hopes And Fears“) und sie siegten (über fünf Millionen verkaufte Alben). Jetzt sind sie bereits mit der nächsten Studioproduktion am Start („Under The Iron Sea“), obwohl sie den Erfolg ihres Debüts noch gar nicht verdaut haben können. Doch die Plattenfirma verlangt schnell nach mehr, denn wer weiß, welche Band neben dem Trio aus Sussex demnächst um einen Champions-League-Platz im BritPop mitmischt. Und damit herzlich willkommen im Hamsterrad namens Musikindustrie, ihr Jungs von Keane.

Auf den ersten Blick hat sich nicht viel im Keane-Kosmos geändert. Die Band lebt weiterhin ihre Leidenschaft für dramatische Titel aus. Sie würzt ihre Songs auch heuer mit unglaublich viel Pathos und verzichtet immer noch auf Gitarren. Und wenn es doch mal nach E-Gitarre klingt, übernimmt der Synthesizer diesen Effekt. Ach ja, und die Herren klauen immer noch sehr gerne eine paar Details bei U2 und Coldplay. Doch irgendwie ist die latent vorhandene Fröhlichkeit von „Hopes And Fears“ einer düsteren, viel ernsteren Stimmung gewichen. Das bedeutet nicht, dass Tom Chaplin (Vocals), Tim Rice-Oxley (Keyboards, Piano, Bass), Richard Hughes (Drums) plötzlich auf Pomp und süßliche Melodien verzichten. Aber von der Unbekümmertheit ihres Debüts ist kaum noch etwas zu spüren.

Dafür präsentieren die Drei auf einmal Harmoniewechsel, die man wohl nur lieben oder hassen kann („Put it behind you“) und eine sich kaum veränderte Klangfarbe, in der sich der melodramatische Gesang von Tom Chaplin förmlich suhlt und damit öfters an die Grenze der Erträglichen stößt. Ereignislose Songs wie der Opener „Atlantic“ reihen sich dabei an bemühte Hitversuche wie „Is it any wonder?”, das sich an den maschinell verfremdeten Gitarrensounds aus der U2-Schublade zu „Achtung Baby”-Zeiten bedient.

Fast alles auf „Under The Iron Sea“ ist ein paar Klassen schlechter als auf „Hopes And Fears“. Vor allem fehlen die zündenden Melodien des Vorgängers. Die Songs klimpern bedächtig vor sich hin („Nothing in my way“) und echte Höhepunkte wie „Leaving so soon?“, „A bad dream“ oder „Hamburg song“ (interessanterweise folgen diese Stücke im Mittelteil des Albums direkt aufeinander) sind Mangelware. Alles in allem eine nicht mehr als durchschnittliche Leistung der Engländer.

Anspieltipps:

  • A bad dream
  • Hamburg song
  • The frog prince
  • Leaving so soon?
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