P!nk - I´m Not Dead - Cover
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P!nk I´m Not Dead


  • Label: Zomba/SonyBMG
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem zweiten Album „M!ssundaztood” (11/2001) und der Hilfe von Linda Perry (Kelly Osbourne, James Blunt, Christina Aguilera) gelang Alecia Moore alias Pink der kommerzielle Durchbruch an allen Fronten. Die 26-Jährige fuhr einen Award nach dem anderen ein, während Hitsingles en masse die ausverkaufte Welttournee flankierten. Durch diese mediale Dauerpräsenz wirkte der Nachfolger „Try This” (11/2003) wie ein überhasteter Schnellschuss, der es in Bezug auf Hitsingles nicht mit seinem Vorgänger aufnehmen konnte. Folgerichtig blieb der Longplayer hinter den hohen Erwartungen zurück. Ingesamt war das Album zwar nicht schlecht, es entwickelte aber beileibe nicht dieselbe Langzeitwirkung wie „M!ssundaztood”. Vielleicht hatte Pink einen ähnlichen Eindruck von „Try This“. Denn sie ermahnt ihr Publikum, sie nicht vorzeitig abzuschreiben. „I’m Not Dead“ heißt das neue Werk deshalb bezeichnend.

„Ich bin nicht tot, sondern noch voll da!“ scheint sie vom quietschbunten Cover zu fauchen – und wir wollen ihr Glauben schenken, weil schon die erste Singleauskopplung „Stupid girls“ voll auf die alte Provokationsmasche setzt und gnadenlos mit Pinks Kolleginnen Jessica Simpson, Lindsay Lohan, Paris Hilton und den Olsen-Sisters abrechnet. Entsprechend böse fiel der Videoclip aus, in dem Frau Moore in die Rollen der von ihr kritisierten Dummchen schlüpft. Reduziert man „Stupid girls“ allerdings um seinen Text und das plakative Video, bleibt ein langweiliges Liedchen ohne Biss und den berühmten Funken übrig. Für eine kurzlebige Top-5-Platzierung reicht so was allemal, aber das Problem der mangelnden Langzeitwirkung bekommt Pink auf diese Weise nicht in den Griff.

Damit „I’m Not Dead“ trotzdem zu einem nachhaltigen Erfolg wird, holte sich die frisch verheiratete Sängerin die Elite der Songschreiber- und Produzenten-Riege ins Haus. Billy Mann (Jessica Simpson, Ricky Martin, Anastacia), Max Martin (*Nsync, Bon Jovi, Britney Spears), Luke Gottwald (Kelly Clarkson, Backstreet Boys, Speech, Bo Bice), Butch Walker (Avril Lavigne, American Hi-Fi, Sevendust) und Mike Elizondo (50 Cent, Christina Aguilera, Gwen Stefani, Eminem) werkelten unter der Oberaufsicht von Pink in mehr als einem halben Dutzend Studios in den USA an den 15 Songs von „I’m Not Dead“. Und so kann es passieren, dass sich ein Song wie „Who knew“ schon sehr auffällig an den Harmonien von Kelly Clarksons Hit „Since u been gone“ bedient – ohne dessen Durchschlagskraft zu erreichen. Diese besitzen dafür das druckvolle „Long way to happy“ und das herzhaft rockende „I’m not dead“, wo die E-Gitarren ordentlich krachen. Und auch „Leave me alone (I’m lonely)“ fällt unter die Kategorie „treibender Popsong mit viel Hitappeal“.

Für die Balladenfraktion gibt es die beiden Extram-Schmachtfetzen „Nobody knows“ und „Conversations with my 13 year old self“, das an Janis Joplin gemahnende „The one that got away“ und den sehr gelungenen Folksong „Dear Mr. President“ – natürlich an George W. Bush gerichtet – eingespielt mit den Indigo Girls. Für die Dancefloor-Jünger ist das mechanisch pumpende „Cuz I can“ und das mörderisch groovende „U + ur hand“ gedacht, das auf Tone Locs Kultsong „Wild thing“ zurückgreift. Also alles dabei, was ein abwechslungsreiches Popalbum ausmacht. An „M!ssundaztood” reicht „I’m Not Dead“ zwar nicht ganz heran, aber das recht durchschnittliche „Try This” wird locker in die Tasche gesteckt. Unterm Strich also eine deutliche Weiterentwicklung und ein Schritt zurück auf den richtigen Weg, den Pink vorübergehend aus den Augen verloren zu haben schien.

Anspieltipps:

  • I’m not dead
  • Leave me alone
  • Long way to happy
  • Dear Mr. President
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