Cradle Of Filth - Thornography - Cover
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Cradle Of Filth Thornography


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Dani Filth ist wieder auf der Balz. Der deftig röhrende Fronthirsch hat sich und seinen Mannen Dave Pybus (Bass), Paul Allender (Gitarre), Charles Hedger (Gitarre) und Adrian Erlandsson (Schlagzeug) ziemlich genau zwei Jahre Zeit gelassen um „Thornogrpahy“, den Nachfolger zum Grammy-nominierten „Nymphetamine“ (09/2004), fertig zu stellen. Und das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn der siebte Longplayer des Fünfers aus Sussex (England) weist neben dem gewohnt fiesen Organ von Mastermind Filth auch die erwartete Qualität und einige orchestrale Elemente auf, die man sich von einem Cradle Of Filth-Output wünscht.

Gleich nachdem ein symphonisch-bombastischer Auftakt mit dem überlangen Titel „Under pregnant skies she comes alive like Miss Leviathan“ den Eingang zur Gruft „Thornography“ öffnet, stapft ein donnerndes Drumkit los und lässt sich von der Gitarrenfraktion bezirzen. In weiterer Folge sorgt ein Moshpart für eine gepflegte Betätigung der Halswirbel und Zeremonienmeister Filth ächzt, was sein Organ hergibt. In „Tonight in flames“ geht’s im Midtempobereich weiter, klare Gesanglinien im Refrain sorgen für Wiedererkennungswert und sogar ein Klaviersolo schleicht sich ein. Das darauffolgende „Libertina Grimm“ macht zwar keine Gefangene, trotzdem fehlen dem Stück ein wenig die Ideen, doch bereits „The byronic man“ mit Ville Valo (Sänger der finnischen Band HIM) als Unterstützung leitet den restlichen und verflucht starken Teil der Platte ein.

Ausgefeiltes Songwriting, eine prachtvolle Harmonie zwischen Gesang und Instrumenten, sowie eine Atmosphäre, die für drei Horrorfilme ausreichen würde, präsentieren uns Cradle Of Filth mit den zwei Siebenminütern „I am the thorn“ und „Lovesick for Mina“, die sich sowohl ruhig und besinnlich als auch energisch und kraftvoll ausbreiten und ihre Zerstörungskraft zwar sensibel, aber auf den Punkt gebracht ausleben. Zwischen diesen beiden Ungetümen steckt „Cemetry and gundown“, ein etwas kürzeres und dennoch griffiges Stück Metal, das vor allem durch die markanten Riffs und den düsteren Unterbau seine Eigenständigkeit erhält.

„The foetus of a new day kicking“ brettert im Anschluss mal in mittlerem mal in leicht angezogenem Tempo durch die Boxen, um vom Instrumental „Rise of the pentagram“, das durch ein Spoken-Word-Intro eingeleitet wird und abendländisches Flair versprüht, abgelöst zu werden und bevor die bemühte Coverversion „Temptation“ (im Original von Heaven 17) den Abschluss bildet, schnalzt „Under huntress moon“ wie eine Naturgewalt mit einer zornigen Doublebassdrum um die Ecke und wartet mit einem ebenso boshaften und wütenden Filth auf.

Cradle Of Filth bekommt die neue Aggressivität, die schon mal in Death-Bereiche ausufern kann, gut und gewährt den Engländern deutlich mehr Handlungsspielraum. Für Heavy-Metal-Fans, die sich mit der giftigen Stimme Filths anfreunden können, wird es aufgrund der Iron Maiden und Metallica-Gitarren auf jeden Fall kein Fehlgriff sein und Anhänger haben einen guten Grund sich den 13. Oktober blutrot im Kalender angestrichen zu haben.

Anspieltipps:

  • I Am The Thorn
  • Lovesick For Mina
  • Rise Of The Pentagram
  • Under A Huntress Moon
  • Cemetery And Gundown
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