Mudhoney - Under A Billion Suns - Cover
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Mudhoney Under A Billion Suns


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band Mudhoney gehört zu den Begründern des Grunge. Mit Alben wie „Every Good Boy Deserves Fudge“ (1991) und „Piece Of Cake” (1992) stellten sie die künstlerische Sperspitze des Genres. Doch als der Grunge-Kuchen nach dem Nirvana-Urknall („Nevermind“) kommerziell aufgeteilt wurde, blieben die Jungs aus Seattle merkwürdigerweise in der zweiten Reihe, obwohl auch sie von einem Indie-Label (Sub Pop) zu einem Branchenriesen (in diesem Fall Warner Bros.) wechselten. Die große Kasse machten andere, wie Pearl Jam, Alice In Chains, Soundgarden oder eben Nirvana. Ein Grund dafür war sicher, dass sich Mudhoney mit ihren Alben gerne viel Zeit gelassen haben und regelmäßig drei Jahre bis zu einem neuen Output brauchten. 1999 hatte Reprise/Warner genug von dem Spiel und setzte die Band an die frische Luft, die daraufhin zurück zu Sub Pop ging.

Diesmal dauerte es sogar noch länger, denn zwischen dem neuen Album „Under A Billion Suns“ und dem Vorgänger „Since We’ve Become Translucent“ liegen immerhin vier Jahre. Doch das verzeiht man Mark Arm (Vocals), Steve Turner (Gitarre), Dan Peters (Drums) und Guy Maddison (Bass) gerne, denn heutzutage darf man aufrecht froh sein, dass es noch Konstanten wie Mudhoney in der Musikszene gibt. Immerhin geht der Seattle-Vierer stramm auf seinen 20. Geburtstag zu. Doch zuerst legen die Herrschaften elf neue Songs vor, die sich ohne Haken und Ösen ins Gesamtwerk der eigensinnigen Musiker einreihen.

Da wird gleich der Opener „Where is the future?“ mit Bläserriffs und sägenden Gitarrensoli auf beinahe epische Länge ausgewalzt und damit gegen eine eiserne Grundregel verstoßen, wie ein Album gefälligst zu beginnen hat: Kurz, knackig, laut. Doch das holen Mudhoney schon mit Song Nummer zwei („It is us“) nach, der eine gute Portion Punk und Garagen-Rock in sich vereint. Auch „Empty shells“ lärmt in bester Stooges-Manier (wobei die niemals den instrumentalen Mittelteil hinbekommen hätten), während „Endless yesterday“ ein schwungvoller Song mit Anleihen in den Sechzigern ist und „Hard-on for war” als genialer Fuzz-Rocksong für ein politisches Statement sorgt. Schnell wird klar, die Burschen lassen sich heuer nicht in die Suppe spucken.

Mit grundehrlichen Rocksongs, die ab und zu im positiven Sinne etwas spinnert wirken („Let’s drop in“, „I saw the light“), beweisen Mudhoney der Rockwelt, dass mit ihnen noch zu rechnen ist. Das Warten hat sich gelohnt!

Anspieltipps:

  • On the move
  • Hard-on for war
  • Endless yesterday
  • A brief celebration of indifference
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