Mew - And The Glass Handed Kites - Cover
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Mew And The Glass Handed Kites


  • Label: Red Ink/SonyBMG
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „And The Glass Handed Kites“ melden sich die dänischen Superstars von Mew zurück. Es ist ihr zweiter Versuch, in Deutschland den Durchbruch zu schaffen. Die Alben „A Triumph For Man“ (1997) und „Half The World Is Watching Me” (2000) wurden nur in Dänemark veröffentlicht. Das dritte Album „Frengers“ (2003) wurde dann vom Major Sony Music zum „New Talent Price“ angeboten. Doch es half alles nichts. Die Band konnte in Deutschland nicht gebreakt werden – wie es in der Fachsprache so schön heißt – und bleibt bis auf weiteres „nur“ in ihrer dänischen Heimat und einigen anderen europäischen Ländern eine mehr oder weniger große Nummer.

Bezüglich der Veröffentlichung des vierten Albums „And The Glass Handed Kites“ wurde deshalb völlig ohne Hektik vorgegangen und ein Verkaufsstart im total überfrachteten September 2005 verworfen. Solange ist die CD in Dänemark und England nämlich schon auf dem Markt und die Käufer haben einen entsprechenden Vorsprung, um sich mit dem ziemlich komplex ausgefallenen Album zu beschäftigen. Denn genau das ist es, was diese Platte braucht: Viel Zeit und Lust des Hörers, sich mit den vielschichtigen Songstrukturen zu befassen, die Jonas Bjerre (Gesang, Gitarre), Bo Madsen (Gitarre), Johan Wohlert (Bass) und Silas Utke Graae Jorgensen (Drums) auf dem Silberling auffahren.

Prog-Pop nennt sich dieser von Michael Beinhorn (Fuel, Aerosmith, Soundgarden, Korn, Marilyn Manson) produzierte 60-Minuten-Ausflug in die musikalische Umgebung von Radiohead und Sigur Rós. Doch etwas kitschig erscheint dies heutzutage schon, wenn die ineinanderfließenden Songs zwischen melancholischem Sphären-Pop („Louisa Louisa“) und nicht immer dezenten Frickelorgien („The zookeeper’s boy“) merkwürdig aus den Lautsprechern kriechen, um den Hörer auf einen beeindruckenden Sound-Trip mitzunehmen. Richtig rockig geht es dafür in „Apocalypso“ und „Circuitry of the wolf“ zu. Dadurch wird es nicht eintönig, aber der Hörer muss sich dennoch konzentrieren, um nichts zu verpassen. So kommt „Why are you looking grave?” mit Gaststar J Mascis (Ex-Dinosaur Jr.) daher, der mit seiner brüchigen Stimme für Friedhofsstimmung sorgt, und „Saviours of jazz ballet“ hebt so richtig die gefährlich schnulzige Kopfstimme von Jonas Bjerre hervor. Das muss man mögen, sonst wird „And The Glass Handed Kites“ ganz schnell zu einer nervigen Angelegenheit.

Anspieltipps:

  • Special
  • Apocalypso
  • Louisa Louisa
  • White lips kissed
  • The zookeeper’s boy
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