Van Morrison - Pay The Devil - Cover
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Van Morrison Pay The Devil


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 75 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Album ist durchaus als gut zu bewerten, auch wenn Van Morrison schon auditiv interessanteres Material geschaffen hat.

George Ivan Morrison, geboren am 31.August in Belfast, Nordirland, Sohn eines schottischen Dockarbeiters, bekannt unter dem Namen Van Morrison, ist berühmt-berüchtigt für seine verwirrenden Tongedichte, seine brillante Lyrik, seinen fast formlosen und monotonen Sprechgesang, der mitunter energetische Rockimpulse enthält. Am Anfang seiner musikalischen Karriere in den 60er Jahren war er ein Mitglied der Gruppe Them von denen er sich 1967 trennte, um mit dem New Yorker Produzenten Bert Berns einen Solovertrag abzuschließen. Sein erster Hit wurde „Brown eyed girl“, das bis heute auf Radiosendern, die noch Musik aus den 60ern und 70ern spielen, zu hören ist. Kurz nach der Aufnahme des ersten gemeinsamen Albums verstarb Bert Berns an einem Herzinfarkt, danach war Van Morrison auf sich selbst gestellt. Trotzdem hat Van Morrison seitdem nie eine längere Schaffenspause eingelegt, als zwei Jahre. Sein letztes Album „Magic Time“ kam 2005 heraus. Jetzt präsentiert er uns seine neue Scheibe „Pay the Devil“.

Die Stimmung dieses Albums mag leicht melancholisch sein, aber es ist im Großen und Ganzen eine sehr angenehm zu hörende Musik. Van Morrison vermischt verschiedene Stilrichtungen. Die ersten drei Nummern „There stands the glass“, „Half as much“ und „Things have gone to pieces“ vermischen Blues- und Country-Elemente. Während seine ersten Alben im traditionellen Stil der 60er Jahre geschrieben sind und mit spirituellen, abgehobenen Texten ein richtiges Hippie-Feeling verbreiten, haben sich seine späteren Alben stilistisch gewandelt.

„Big blue diamonds“ ist ein sehr spezieller Song, der Elemente aus Blues, Country und Jazz enthält. Im Hintergrund ist ein Gospelchor zu hören, der den Song sehr stimmig macht. „Playhouse“ und „Your cheatin’ heart“ klingen sowohl nach Country-Gitarren, das vehement eingesetzte Bending und der Effekt, der auf die Gitarren gelegt wurde, erinnert aber auch an hawaiianische Klänge und vermittelt einem den Eindruck, als würde man mit einem Drink am Strand irgendeiner Insel sitzen und vor sich hin träumen. Danach passiert auf „Pay the Devil“ bis zu dem Song „What I am living for“ nicht allzu viel Neues. Stilistisch geht es weiter wie am Anfang des Albums, nur fehlt es den Songs teilweise an Spannung, es gibt aber auch zwischendurch wieder sehr gefühlvolle Momente, die hauptsächlich durch den Gesangsstil Van Morrisons erzeugt werden.

„What I am living for“ stellt einen weiteren Höhepunkt dar. Van Morrison setzt in diesem Stück ein sehr intensives Klavier ein, das mit seiner Bassstimme und dem typischen Gitarrensound, der sich in den meistens Songs dieses Albums finden lässt, sehr gut harmoniert. In „Once a day“ setzt er wiederum einen Chor ein. Anfangs ist dieser sehr auffällig, doch im Verlauf des Songs agiert dieser eher im Hintergrund weiter. „More and more“ ist ein Lied über unglückliche Liebe, ein Thema, das Van Morrison sehr zu mögen scheint, da es auf diesem Werk öfters in seinen Lyrics vorkommt, so auch in „Your cheatin’ heart“. Das letzte Lied ist schließlich „Till I gain control again“, ein sehr blueslastiges Stück.

Das Album ist durchaus als gut zu bewerten, auch wenn Van Morrison schon auditiv interessanteres Material geschaffen hat. Es eignet sich gewiss sehr gut, wenn man einen angenehmen Abend verbringen und etwas ausspannen will. Denn die Musik ist nicht nervenaufreibend und dient als angenehmer Begleiter für einen Abend am Kamin bei einem guten Glas Rotwein.

Anspieltipps:

  • Big Blue Diamonds
  • Your Cheatin Heart
  • What am I living for
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