Killing Joke - Hosannas From The Basements Of Hell - Cover
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Killing Joke Hosannas From The Basements Of Hell


  • Label: Cooking Vinyl/EDEL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn sich Fans lang gehegte Träume erfüllen, hört sich das so an wie das Schlagzeugspiel auf der letzten Scheibe von Killing Joke. Die Rede ist von Dave Grohl, der früher bei den Grunge-Rockern von Nirvana tätig war und sich nun schon mehrmals als unermüdliches Arbeitstier durch Nebenprojekte wie Probot oder Gastauftritte bei den Queens Of The Stone Age oder Nine Inch Nails entpuppt hat. Die Krönung für ihn selbst war, als er das Schlagzeug beim (zum zweiten Mal) schlicht „Killing Joke“ betitelten Album der Post Punkrock-Kombo rund um Jaz Coleman (Gesang, Keyboard) und Geordie Walker (Gitarre) bedienen durfte. Obwohl die Resonanz durchwegs positiv war, widmete sich der bekennende Langzeit-Fan Grohl im Anschluss daran wieder seiner Hauptband, den Foo Fighters. Ersatz wurde in Benny Calvert gefunden und zusammen mit Ex-Prong Bassist Paul Raven machten sie sich in einem Kellerstudio in Prag an die Arbeit zu „Hosannas from the basements of hell“.

Das Ergebnis klingt düster, packend, furchteinflössend und schwer zugänglich, lässt aber dennoch genügend Platz für melodische Strukturen, selbst wenn das Hauptgestaltungselement auf Wiederholung und Repetition fußt und sich der Hörer nach dem recht geradlinigen Opener „This tribal antidote“ fühlt, als wäre er buchstäblich auf einem Höllentrip in das Innerste von Luzifers Reich. Der ausschlaggebende Grund für derartige Assoziationen ist nicht nur das bitterböse, dunkle Klangspektrum, sondern die dreckige und raue Abmischung, die nach eigenen Angaben von Mark Lusardi auf ganz normalen Radio-Lautsprechern getätigt wurde. Dadurch entsteht ein Szenario, das anfänglich auf wenig Gegenliebe stößt, sich aber ab „Invocation“ atmosphärisch ausbreitet und immer weiter voran getrieben wird, solange bis der Hörer durch die drückenden Riffwälle und die innewohnende Monotonie der Stücke in einen Zustand versetzt wird, der zwischen Trance und Faszination pendelt.

Die Krönung des Ganzen ist die Darbietung von Jaz Coleman, der mit seinem aus sich heraus gepresstem, krächzenden Schreigesang für einen zusätzlichen Pluspunkt in Sachen Klangbild sorgt und so klingt, als würde er als rechte Hand des Teufels eine schwarze Messe beschwören. Wer sich darauf einlassen will, wird mit Sicherheit mit einem atmosphärisch dichtem und zugleich viel Zeit in Anspruch nehmenden Album belohnt, das punkto musikpsychologische Wirkung und Effekt auf den Hörer in dieser Weise einzigartig ist. Obwohl es sich bei „Hosannas from the basements of hell“ dahingehend um ein klangliches Monopol handelt, muss bedacht werden, dass trotz der brillanten Klangfarben die Ideen doch recht dünn gesät wurden und somit ein Langzeitfaktor ausbleibt, was die Freude am Gehörten nach etwa 20 Durchgängen doch ein wenig schmälert.

Anspieltipps:

  • Invocation
  • Judas Goat
  • Walking With Gods
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