Nova International - One And One Is One - Cover
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Nova International One And One Is One


  • Label: Ni Records/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Was wollen uns die vier Augsburger Michael Kamm (Gesang, Gitarre), Michael Dannhauer (Gitarre), Markus Galli (Bass) und Kris Steininger (Schlagzeug) mit dem Cover ihres zweiten Werkes, das den mathematisch inkorrekten Titel „One And One Is One“ trägt, sagen? Das diese Fehlkalkulation nichts mit einer sinnvollen Gleichung zu tun hat, sondern dass der abgebildete Mensch in ferner Zukunft an der Kippe sterben wird? Zigarette + Mensch = Tod? Sind Nova International seit Neuestem Träger für eine Kampagne des EU-Gesundheitsministeriums? Selbst nach einem eingängigen Studium der Texte und der Musik kann kein wirklicher Zusammenhang zwischen dem Cover und dem Albumtitel festgestellt werden, lediglich die Bedeutung von „One And One Is One“ wird klarer. Es handelt sich um zwischenmenschliche Beziehungen, die von Differenzen und Problemen handeln, bei denen am Schluss jemand allein bleibt oder vereinsamt.

Songtitel, die sich bewusst an Vergangenem und bereits Geschehenem orientieren („And there she goes“, „The summer we had“) oder an die Vergänglichkeit ermahnen („Cowboys only cry when their horses die“) lassen auf ein düstereres und melancholischeres Werk schließen als das selbstbenannte Debüt aus dem Jahre 2003. In der Tat sind die ersten Zeilen, die einem Sänger Kamm um die Ohren säuselt, „I read this rotten letter / Of love and staying together / Was meant to last forever“, die von einer Gitarre begleitet werden, deren depressive Stimmung die einzelnen Worte in einer morbiden Intensität bestärkt. Und das als Einleitung! Wer während „And there she goes“ in eine tieftraurige Reflexion über das eigene Leben versinkt, dem wird mit dem wesentlich fröhlicheren Klanggerüst in „Hey Joe“ zum Glück wieder Mut gegeben, nur um diesen in „The summer we had“ wieder auf ein Minimum senken zu können.

Im Gegensatz dazu fegt „Swirled“ wie ein Orkan durch die Boxen und nach dem rockigen Aufruf „Let´s get romantic“ können einem die elegischen Untertöne in „Falling in“ und „Cowboys only cry...“ nichts mehr anhaben, was auch an den nachfolgenden Feelgood-Songs „Crank it up“ und „Bored“ liegt, die mit ihrer unbeschwerten rotzigen Attitüde den melancholischen Beginn von „One and one is one“ vergessen lassen. Selbst wenn „Drive in circles“ und vor allem „Pilot“ wieder dem Schwermut frönen, durch die simplen und leicht wiederzugebenden Refrains in „Crank it up“, „Bored“ oder „Let´s get romantic“ ist man dazu geneigt selbst einige Zeit danach „My interpretation of emancipation is my invitation to you“ oder „Come on, come on let´s get romantic“ zu singen oder zu summen.

Damit Nova International solch lockere Phrasen aus dem Ärmel schütteln konnten, war die Gründung des eigenen Labels NI Records vonnöten, da sie sich beim Major BMG, bei dem das Debüt erschienen ist, nicht dem Druck hingeben und in Eigenregie an neuem Material werkeln wollten. Auf die Unterstützung der Produzenten Phil Vinall und Olaf O.p.a.l. (The Notwist, Philip Boa, Naked Lunch) wurde dennoch nicht verzichtet. Somit ist ein ambivalentes Pop/Rock-Album, das mal laut und beschwinglich, dann wieder bedrückend und dunkel ist, entstanden und dort anschließt, wo die vier Jungs vor zwei Jahren aufgehört haben und zeigt, zu was das Quartett beinahe im Alleingang fähig ist.

Anspieltipps:

  • Swirled
  • Crank It Up
  • Let´s Get Romantic
  • Cowboys Only Cry When Their Horses Die
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