Scott Stapp - The Great Divide - Cover
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Scott Stapp The Great Divide


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band Creed gehört zu den Rockgruppen, die von der Musikwelt gleichermaßen geliebt und gehasst werden. In den knapp neun Jahren ihres Bestehens verkauften die „christlichen Pathos-Rocker“ aus Tallahassee, Florida um Frontmann Scott Stapp weltweit mehr als 30 Millionen Einheiten von ihren Alben „My Own Prison“ (1997), „Human Clay“ (1999) und „Weathered“ (2001), bis es zum großen Knall kam und Creed sich zerstritten trennten. Die ehemaligen Kollegen Mark Tremonti, Brian Marshall und Scott Phillips ließen seitdem kein gutes Haar an Scott Stapp und versuchten ihr Glück mit dem Projekt Alter Bridge („One Day Remains“, 2004).

Jetzt zieht ihr ehemaliger Freund und Bandkollege nach und legt sein Soloalbum „The Great Divide“ vor, das in den USA schon im November 2005 auf den Markt kam und ab Anfang März 2006 auch in Europa erworben werden kann. Zeitnah zur Veröffentlichung ist Scott Stopp mal wieder in den Schlagzeilen. Aber diesmal nicht wegen Drogen und Alkohol, sondern wegen eines Privatpornos, in dem auch Kid Rock zu sehen ist, der bereits erfolgreich gegen eine Verbreitung des Materials geklagt hat.

In Scotts privatem SSE Studio in Miami, Florida wurden zehn gefühlsbetonte Tracks eingespielt, die von John Kurzweg (Creed, Puddle Of Mudd, Jewel) produziert und von Ron Saint-Germain (Tool, Killing Joke, The Cure, Sonic Youth) abgemischt wurden. Als Studiomusiker fungierten Aristides Rincon (Gitarre), John Curry (Gitarre), Mitch Burman (Bass) und Mark Archer (Drums).

Eigentlich hatte man geglaubt, dass die Art Musik, die Scott Stapp auf „The Great Divide“ verzapft, längst aus der Mode gekommen ist. Vom Sound irgendwo zwischen Grunge und Alternative Rock angesiedelt, presst, keift, brüllt und fleht der 32-Jährige seine belanglosen Texte wie eine Mischung aus Eddie Vedder (Pearl Jam) und Chad Kroeger (Nickelback) ins Mikro, als stünde der Gute 24 Stunden am Tag unter Strom. Soviel steht fest: Mit dieser Platte wird er genauso polarisieren, wie mit seiner früheren Band. Ganz besonders deshalb, weil sich unter den zehn Stücken nur wenige von der Qualität alter Creed-Songs befinden. So gehen die hymnischen Halbballaden „Broken“ und „Surround me“ im Bon-Jovi-Stil einigermaßen in Ordnung. Und auch die Rocker „Justify“ und „Hard way“ machen ordentlich Druck. Das einfallslose Geschrubbe in den Openern „Reach out“ und „Fight song“, sowie das einschläfernde, mit schlimmsten Plattitüden wuchernde „Let me go“, erhalten dagegen verdient die rote Karte von der Geschmackspolizei gezeigt.

Zu allem Übel ist auch der Titeltrack ziemlich platt und mit dem langweiligen „Sublime“ ist am Ende einfach eine Ballade zuviel an Bord, denn auch „You will soar“ und „Justify“ sind weder Fisch noch Fleisch und dümpeln im mainstreamigen Radio-Rock-Segment. Damit ist Scott Stapp von den Glanztaten eines „My Own Prison“-Albums meilenweit entfernt. Denn auf „The Great Divide“ wird einfach nur breitbeinig gelärmt oder auf betroffener Balladenonkel gemacht. Das geht heute gar nicht mehr!

Anspieltipps:

  • Justify
  • Broken
  • Hard way
  • Surround me
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