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Diverse SZ Diskothek: 1976


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Jahr 1976 markierte den Punkt, an dem die subversive und gesellschaftsverändernde Komponente des Rock endgültig vor der Bequemlichkeit des Status quo kapitulierte. Genauso wie Elvis’ Besuch in Nixons White House dem Rock’n’Roll den Stachel genommen hatte, signalisierte das Benefizkonzert, das die Allman Brothers ein Jahr zuvor für Jimmy Carter gespielt hatten, ein Ende der außerparlamentarischen Oppositionsrolle des Rock.

Kein Wunder also, dass zwischen dem Pomp des Progrock und der Selbstgefälligkeit des Laurel-Canyon-Sound ein Überdruck entstand, der sich schon bald in zwei gewaltigen kulturellen Explosionen entladen sollte, für die 1976 Lunten gelegt wurden. Rückblickend war dieses Jahr vor allem das Jahr, in dem sich die Kraft der Subkulturen in den USA wieder aus dem Kalifornien der gescheiterten Utopien in den Moloch New York zurückverlagerte und in dem sich die Kinder aus den Londoner Arbeitervierteln gegen die prätentiösen Allüren der Kunststudenten auflehnten, die in den letzten zehn Jahren den Kanon des britischen Rock bestimmt hatten. Kurz gesagt: 1976 war der Beginn einer musikalischen Revolution, die etwas länger brauchen sollte, um ein popfähiges Massenphänomen zu werden.

Was passierte noch? Der österreichische Rennfahrer Niki Lauda überlebt einen Horror-Unfall auf dem Nürburgring. Für die deutschen Autofahrer wird die Gurtpflicht eingeführt. Jack Nicholson gewinnt den Oscar als bester Schauspieler für den Film „Einer flog übers Kuckucksnest“. Isabel Perón wird als argentinische Präsidentin abgesetzt. Die Deutsche Post stellt erstmals Telefone mit Tastatur statt Wählscheibe vor. Im italienischen Seveso wird Giftalarm ausgelöst. Der Bundeskanzler residiert nicht mehr im Palais Schaumburg, sondern in einem neuen Amtssitz. Und im Osten Deutschland wird „Erichs Lampenladen“ eingeweiht: Der Palast der Republik.

Im Fundstück dieser Ausgabe ist ein Artikel aus dem „New Musical Express“ vom 19. Juni 1976, der sich als publizistischer Startschuss der Punkbewegung herausstellt. Punk spielt auf der beigelegten CD allerdings keine große Rolle. Hier sind u.a. die Ramones („I wanna be your boyfriend”), The Damned („New rose”), Blue Öyster Cult („Don’t fear the reaper”), Blondie („X Offender“), Boston („More than a feeling“), Johnny Guitar Watson („Superman lover”) und Lou Reed („Charley’s girl”) vertreten.

Anspieltipps:

  • Kiss – Beth
  • J.J. Cale – Cocaine
  • Boz Scaggs – Lowdown
  • Genesis – Mad man moon
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