Kimono - Arctic Death Ship - Cover
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Kimono Arctic Death Ship


  • Label: Bad Taste Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Man kombiniere deutschen Krautrock der Marke Can und Neu! mit isländischem Avantgarde-Pop á la Björk und Sigur Rós und herauskommt eine Band namens Kimono, die im Jahr 2001 in Reykjavík von Alex Mac Neil (Vocals, Gitarre), Kjartan Bragi Bjarnason (Drums), Halldór Örn Ragnarsson (Bass) und Gylfi Blöndal (Gitarre) gegründet wurde.

Mit ihrem Debüt „Mineur-Aggressif” (2003) ernten Kimono jede Menge Kritikerlob in der isländischen Presse. Doch das Quartett will es in ganz Europa packen und siedelt 2005 nach Berlin um. Kurz vorher haben sie ihr zweites Album „Arctic Death Ship“ eingespielt, das hierzulande im Februar 2006 erscheint – ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung in Island. Damit wollen Kimono ihren Geheimtipp-Status abstreifen und die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmen.

Zu teils recht kryptischen Texten geht es mit minimalem Instrumentalaufwand die meiste Zeit recht düster und kantig zu. Aber die vier Isländer beherrschen auch die Popmusik. Oder zumindest das, was sie darunter verstehen. So schleichen sich Songs mit süßlichen Harmonien an, um dann nach allen Regeln der Kunst in Noise-Rock á la Sonic Youth zu münden („Sober“). Mal trippelt der Beat zu nervösen Gitarrenlicks und pumpenden Bassspuren („Aftermath“) oder wird einfach nur ein wildes Durcheinander aus Trompeten, Schlagzeug und Gitarren zusammengerührt („Hle“). Das kann leider nicht immer überzeugen und überträgt sich mit zunehmender Dauer negativ auf die Spannungskurve des Albums.

So gleiten Kimono mal in die ausgelatschten Gefilde des Wave-Pop ab („Children Of God“), wiederholen zum x-ten Mal die eckigen Rhythmen ihrer Vorstellung vom Noise-Rock („Hyla grace“) oder liefern gänzlich überflüssigen, pseudo-jazzigen Instrumental-Quatsch ab („Onomatroroeia“). Irgendwann ist der Spuk dann vorüber, aber wirklich hängen geblieben ist nichts. Selbst die wenigen guten Momente hat man Ende wieder vergessen. So wird das nichts mit den Fußstapfen von Can oder Neu!. Dazu braucht man definitiv zwingenderes Songmaterial, als die elf Tracks auf „Arctic Death Ship“.

Anspieltipps:

  • Sober
  • Aftermath
  • Directions
  • Standing wave
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