Copenhagen - Sweet Dreams - Cover
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Copenhagen Sweet Dreams


  • Label: Flower Shop Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die in London ansässige Band Copenhagen startete 1999 als achtköpfige Formation unter der Federführung des Engländers Neil G. Henderson und des Dänen Kirsa Wilkenschildt. Im Jahr 2001 brachten Copenhagen mit „Tales From The Forest” ihr von der Kritik hoch gelobtes Debüt heraus. Doch anstatt groß durchzustarten, kündigten 2003 fünf der acht Bandmitglieder aus heiterem Himmel ihren Job.

Wilkenschildt (Vibraphon, Piano, Keyboards) und Henderson (Vocals) gaben allerdings nicht auf, sondern suchten neue kreative Herausforderungen. Dabei trafen sie auf Robin Proper-Sheppard, dem Mastermind der kongenialen Band Sophia, der in London sein eigenes Plattenlabel Flower Shop Records unterhält, auf dem Gruppen wie Gamine, Elevate, The Chap und The May Queens unter Vertrag sind. Er nahm Copenhagen für ein zweites Album in das Portfolio auf, das er kurzerhand auch als Produzent betreute.

Nachdem das Debüt in knapp einer Woche eingespielt wurde, ließ man sich nun wesentlich mehr Zeit, um die komplexen Strukturen der Kompositionen adäquat auf Band zu bringen. Während die Aufnahmen erfolgreich voranschritten, meldeten sich plötzlich einige der ausgestiegenen Ex-Bandmitglieder zurück. So begleiteten am Ende auch noch Ruth Gottlieb (Violine), John Hutchinson (Trompete, Flügelhorn) und Pauli Cuff (Vocals) die Aufnahmen von „Sweet Dreams“.

Allerdings wird „Sweet Dreams“ dem Hörer kaum süße Träume bereiten. Denn dazu ist die Musik mehr als eine Spur zu düster, irgendwo zischen Nick Cave und den Tindersticks angesiedelt. Verpackt in stattliche Arrangements mit fast schon orchestralen Ausmaßen, trägt Neil G. Henderson seine Geschichten, in denen es meist um Frauen geht, vor („Eleanor“, „Justine“, „Edna“, „Marie“). Dazu sägt eine E-Gitarre („Eleanor“), spielt eine traurige Trompete („Shark attack“) oder legen sich die schweren Klänge des Vibraphons wie dunkle Wolken über die Lieder („Soldier“).

Das ist die vielzitierte „schwere Kost“, von der Winterdepressionsgeplagte auf jeden Fall die Finger lassen sollten. Wobei die Musik auch im Sommer freilich nicht freundlicher wirkt. Also bitte vorher abwägen, ob man wirklich mit Copenhagen auf diese dunkle Reise gehen will.

Anspieltipps:

  • Soldier
  • Eleanor
  • My dear
  • Hold back the tears
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