Clap Your Hands Say Yeah - Clap Your Hands Say Yeah - Cover
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Clap Your Hands Say Yeah Clap Your Hands Say Yeah


  • Label: V2/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Jungs aus Brooklyn hantieren allzu gerne mit stilsicherer Karussellmusik und schrammelnder Akustikgitarre.

„Wir werden bei niemandem einen Plattenvertrag unterschreiben, der nicht akzeptieren kann, dass wir nur das tun, was wir tun wollen.“ - Die Philosophie von Alec Ounsworth ist nicht nur leeres Gerede, sondern der Frontmann und Chefdenker des aus Brooklyn stammenden Fünfers Clap Your Hands Say Yeah lebt dieses Credo nach allen Regeln der Kunst aus, denn selbst Wichita Recordings, die das Debüt nun offiziell in Europa vertreiben, haben keinerlei Mitspracherecht und sind mehr oder weniger Mittel zum Zweck. Angefangen von der verschrobenen und minimalistisch betörenden Musik über die leicht erhobene Nase, die durch den überwältigenden Internet-Erfolg ihres selbstbetitelten Debüts auch völlig zurecht in der Höhe ist (innerhalb kürzester Zeit wurde die Platte 20.000 Mal von der Homepage der Band gezogen), bis hin zur wohl gelangweiltesten und alkoholisiertesten Darbietung einer Gesangsstimme des Jahres 2006, bietet das Quintett alles was das Indie-Herz begehrt.

Sean Greenhalgh (Gitarre, Schlagzeug), Lee Sargent (Gitarre, Keyboard), Robbie Guertin (Gitarre, Keyboard), Tyler Sargent (Bass) und natürlich Alec Ounsworth (Gesang oder so ähnlich, Gitarre) spielen gut gelaunten Indie-Folk-Pop, der besonders schnell ins Ohr geht und durch den stringenten spartanischen Beat der Rhythmusabteilung durchaus Futter für die Tanzfläche bietet, wäre da nicht ein kleiner quengelnder Alec, der in einem Moment gefällig, wenn auch leicht genervt seine Strophen trällert und im anderen Augenblick völlig deplaziertes Gejaule, Gejammere und Gequake auf den Hörer loslässt, sodass dieser kurzerhand nicht weiß wie ihm geschieht. Nachdem die Verblüffung gewichen ist, dass so etwas überhaupt auf Platte gepresst werden kann und sich sämtliche Gehörknöchelchen wieder auf ihren Platz begeben haben, wird versucht dem Organ von Mr. Ounsworth doch noch eine Chance zu geben.

Allein der Track „The skin of my yellow yountry teeth“ zertrümmert derartige Unterfangen und gut gemeinte Vorsätze an diesen Longplayer jedoch in Windeseile, dermaßen charmant und trotzig im Ton und in der Melodie hat sich noch niemand vergriffen. Und dennoch: „Clap your hands say yeah“ bietet Abwechslung, einige intensive Momente und strotz vor schier erbarmungsloser Dickköpfigkeit, sodass sich nicht nur einmal die Nackenhaare aufstellen. Irgendwie kein schlechtes Album, aber wiederum auch kein umwerfendes. Die Jungs aus Brooklyn machen es einem nicht leicht, dabei hantieren sie nur allzu gerne mit stilsicherer Karussellmusik und schrammelnder Akustikgitarre, die doch eigentlich jedem ausnahmslos gefallen müsste. Oder etwa doch nicht?

Anspieltipps:

  • Heavy Metal
  • Let The Cool Goodness Rust Away
  • The Skin Of My Yellow Country Teeth
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