Bleeding Through - The Truth - Cover
Große Ansicht

Bleeding Through The Truth


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer auf facettenreichen Hardcore steht, kommt an einer Band wie Bleeding Through eigentlich nicht vorbei. So war es zumindest bis zu diesem Album, aber dazu später mehr. Die aus Kalifornien stammende mittlerweile sechsköpfige Formation wurde 1999 zunächst als 5-Mann-Truppe gegründet. Zu diesem Zeitpunkt wurde noch kompromissloser Hardcore fabriziert, mit welchem sich die Formation einen festen Platz in der Szene erkämpfen konnte. Bereits zum 2001 erschienenen Debüt „Dust to Ashes“ wurde zu Gunsten einer höheren musikalischen Vielfalt eine Keyboarderin hinzugeholt, welche aber zunächst nur dezent ihren Einsatz fand. Wie bei vielen Bands entwickelte sich auch bei Bleeding Through nach einigen Produktionen der Wunsch einer musikalischen Weiterentwicklung und so ließen sie in ihre Musik neben Hardcore auch eine Spur von Death- und Black Metal einfließen. Seit zwei Alben allerdings hat sich bei den Amerikanern neben den gewohnt harten Shout-Vocals und schnellen Drumpassagen der Metalcore mit seinen cleanen Gesängen eingeschlichen. Nun muss das nicht zwangsläufig negativ sein, denn die hinzugewonnene Vielfalt ist durchaus nicht zu verachten. Allerdings wird es zu einem Problem, wenn die eigentlich im Mittelpunkt eines Metalcore-Songs stehenden cleanen Gesänge wesentlich schwächer und noch dazu teilweise schief klingen. Und genau mit diesem Problem hat „The truth“ zu kämpfen.

Krachend, scheppernd und zu 100 Prozent Hardcore beginnt mit dem Opener „For love and failing“ das neue Album der Amerikaner, zumindest zunächst. Denn sobald die Gesänge einsetzen, fühlt man sich dezent unwohl. Das mag zum einen an der dünnen Stimme liegen, die lange nicht mit den druckvollen Shout-Vocals mithalten kann und zum anderen an der Schiefheit von der Stimme. Wieso die Band jenen Weg einschlägt, lässt sich aus dieser Perspektive nicht deuten. Das anschließende „Confession“ verschont uns jedenfalls mit Gesang und gehört deshalb ganz klar zu den besseren Stücken. Hier wird man mit kompromisslosen, durchdachten Hardcore versorgt, der eines ganz deutlich macht: Genau das ist die Musikrichtung, welche die Band perfekt beherrscht und genau auf diese Qualitäten sollte sie in Zukunft auch aufbauen. Instrumentell gesehen wird das Album im Übrigen sehr hohen Ansprüchen genüge, bietet es doch aus allen oben genannten Genres viel Gutes zu hören. An der Gesangsebene muss definitiv entweder gefeilt werden oder sie muss wieder verschwinden. Abgeschlossen wird „The truth“ von dem etwas eigenwilligen Instrumentaltrack und Namensgeber, wobei der Titel „Instrumentalstück“ schon etwas zu viel des Guten ist und eher Outro zutreffen würde, überzeugend ist das Ganze allerdings nicht, schleppt es sich doch ziemlich dahin und lässt keine klare Linie erkennen.

Abwechslung ist schön und gut und sich musikalisch zu entdecken und weiterzuentwickeln ebenso. Allerdings sollte es vorher eine Qualitätskontrolle geben, denn gerade für die Schiefheit des Gesangs gibt es keine Ausrede. So sind es auch die Lieder auf dem Album, bei welchen kein cleaner Gesang ist, welche am besten gefallen. Der Band kann man für das kommende Album nur eine gewisse Rückbesinnung hin zu alten Qualitäten wünschen, denn „The truth“ kann nicht wirklich überzeugen.

Anspieltipps:

  • Confession
  • Hollywood Prison
  • The Painkiller

Neue Kritiken im Genre „Metalcore“
5/10

Ember To Inferno: Ab Initio
  • 2016    
6/10

Silence In The Snow
  • 2015    
Diskutiere über „Bleeding Through“
comments powered by Disqus