Petting - Voilà l´Été - Cover
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Petting Voilà l´Été


  • Label: Rodrec/Rough Trade
  • Laufzeit: 74 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Oh Gott, hoffentlich trügt der erste Eindruck. Eigenartiger Bandname (Petting), quietschbuntes Geschmacklos-Cover und Lieder auf Deutsch, Englisch und Französisch gesungen. Das sind die Rahmendaten einer fünfköpfigen Berliner Band, die aus ehemaligen Mitgliedern der Lemonbabies bzw. Mobylettes besteht und ihren Hörern seit 1999 sommerlich leichten 60er Jahre BeatPop serviert.

So auch auf dem Debüt „Voilà l’Été, das gnadenlos auf fröhlich macht und schon nach kurzer Zeit nervt. Denn spätestens nach der ersten Albumhälfte muss man feststellen, dass oben genannte Trash-Faktoren bei Michell Füstmann (Bass), Tom Petting (Drums), Katy Matthies (Orgel), Malika Ziouech (Gesang) und Peter Weiss (Gitarre, Gesang) auch in der Musik System haben.

Sängerin Malika Ziouech tischt den Hörern penetranten Pseudo-Lolita-Gesang auf, dazu leiert der Beat („Toximonie“) oder brummelt Co-Sänger Peter Weiss („Joker Lady“) bzw. gleich die ganze Band im Chor („An einem hellen Tag“). Den Charme eines französischen Chansons können Petting damit zu keiner Zeit einfangen. Viel mehr klingt das Ergebnis nach einer hibbeligen Freizeitcombo, die das Publikum mit einer Endlosschleife des immer gleichen Rhythmus aus dem Saal treibt. Dazu fällt einem unweigerlich Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ ein. Dort würden sich Petting neben solchen Leuchten wie AK4711, Die Raketen und Reminder sicher um einen der letzten Plätze balgen

Leider trügt der erste Eindruck nicht. Die Band Petting ist ein bunter Knallbonbon, der sich schon bald als Rohrkrepierer herausstellt – spätestens wenn der instrumentale Hidden Track erklingt, der dem Hörer eine Art Surfer-Pop (inkl. Wellengeräuschen) vergaukeln soll, aber leider nach „Sepp von der Alm“ klingt, der seiner Zenzi auf der Zitter vorspielt.

Anspieltipps:

  • Clair à voir
  • Boys and girls
  • L’espoir à cóté de moi
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