Perry Farrell´s Satellite Party - Ultra Payloaded - Cover
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Perry Farrell´s Satellite Party Ultra Payloaded


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 47 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der extrovertierte Sänger, Freigeist und Lollapalooza-Erfinder Perry Farrell (Jane’s Addiction, Porno For Pyros) versucht sich zusammen mit dem 90er-Jahre-Weichspülgitarristen Nuno Bettencourt (Extreme, Mourning Widows) und den weitgehend unbekannten Mitmusikanten Kevin Figueiredo (Drums), Carl Restivo (Bass) sowie Perrys Frauchen Etty Lau Farrell (Background Vocals) an einem science-fiction-artigen Aufruf zum Umweltschutz. So ungefähr jedenfalls, denn auf „Ultra Payloaded” bleiben viele Ideen in einem Nebel aus Hippie-Romantik und verfehlten Ansprüchen auf der Strecke.

Zusammen mit Executive Producer Steve Lillywhite (Chris Cornell, U2, Simple Minds, Counting Crows) und Gästen wie Peter Hook (New Order), Flea und John Frusciante (Red Hot Chili Peppers) sowie Fergie von den Black Eyed Peas, entstanden in einem Zeitraum von drei Jahren elf Songs, die nur selten die Erwartungshaltung ausgehend vom Namen Perry Farrell erfüllen können. Denn anstelle der erhofften innovativen Einfälle, fährt das bunt zusammengewürfelte Quintett fiese 80er-Jahre-L.A.-Schwanzrock-Gitarrensoli („Instant rains”), schwurbelige Esoterik-Mantra-Vibes („Ultra-payloaded satellite party”, inkl. eines Samples des Doors-Songs „Touch me” und irgendwo ganz hinten im Background, kaum zu hören, Stacy „Fergie“ Ferguson) und sonst wie zusammengeschusterte Kompositionen auf, mit denen kein Blumentopf zu gewinnen ist.

So ist es noch ganz nett, wenn in „Mr. Sunshine” Elemente aus dem Bee-Gees-Stück „Lonely days” aufgegriffen werden und „Hard life easy“ sowie „Kinky“ atmosphärischen Funkrock vom Stapel lassen. Sogar eine zarte Ballade, die Farrell nach der Geburt seines Sohnes geschrieben hat, lässt man sich noch gefallen („Awesome“). Vielmehr hat die Satellite Party allerdings nicht zu bieten. Obwohl, da wäre noch etwas. Ganz zum Schluss machen sich die vier Herren plus Perrys hübsche Herzensdame noch eines ganz besonderen Vergehens schuldig. Für den Rausschmeißer „Woman in the window“ haben sich Farrell und Co. einen unveröffentlichten Gesangsmitschnitt von Jim Morrison (The Doors, gestorben 1971) besorgt, der äußerst bemerkenswert klingt (deutlich hörbar: die angeschlagene Stimme des Lizard King). Doch was macht das Team Farrell/Bettencourt aus dem sensationellen Relikt? Es legt einen abgeschmackten Teppich aus Beats, Synthesizern und Streichern unter Jimbos Gedicht:

„I am the woman in the window. See the children playing. Soldier, sailor, young man on your way to the summer swimming pool. Can you see me standing in my window. Can you hear me laughing. Come up stairs sir to your room and I will play for you. Oh dreamland, golden sceneland. Try to sleepland take us to dreamland. I am unhappy far from my woman. Just and try and stop us. We’re going to love. Eat at my table, she cried to the vineyards. Calling the workers home from the meadows. Man you are evil, get out of my garden. Just and try and stop us. We’re going to love. Cover us over. Open your window, women of Palestine. Throw down your raiment and cover us over. Riding the prairie, just me and my angel. Just try and stop us. We’re going to love.”

Danke nein, das hätte man besser den Rest-Doors überlassen. Das hier geht eigentlich gar nicht – so wie das gesamte Album gemessen an der Vorfreude eine herbe Enttäuschung ist.

Anspieltipps:

  • Kinky
  • Awesome
  • Mr. Sunshine
  • Hard life easy
  • Woman in the window
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