Krezip - What Are You Waiting For - Cover
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Krezip What Are You Waiting For


  • Label: RCA/SonyBMG
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„What Are You Waiting For? / Worauf wartest du noch?” – eine durchaus berechtigte Frage der holländischen Gruppe Krezip. Zumindest auf das deutsche Publikum bezogen, das das Phänomen der sechsköpfigen Band aus Tilburg mehrheitlich noch nicht für sich entdeckt hat. In Holland und Belgien sind Jacqueline Govaert (Gesang, Piano), Anne Govaert (Gitarre), JanPeter Hoekstra (Gitarre), Joost van Haaren (Bass) und Bram van den Berg (Drums) dagegen schon seit dem Jahr 2000 – als ihr Debütalbum „Bothing Less“ erschien – echte Megaseller. Dort spielt das Sextett auf den größten Festivals, räumt regelmäßig Gold und Platin ab und besetzt die vordersten Plätze in den Charts.

In Deutschland schlug der Versuch, Krezip zu etablieren, bis jetzt fehl. Das zweite Album „Days Like This“ (2002) wurschtelte unter ferner liefen durchs Charts-Unterholz, ebenso wie die im Folgejahr nachgeschobene „That’ll Be Unplugged“-DVD/CD. 2005 kündigte Warner Bros. Niederlande allen einheimischen Bands, sodass sich Krezip eine neue Plattenfirma suchen mussten. Zudem funktionierte die Zusammenarbeit mit Stammproduzent Oscar Hollemann (Gorefest, Ayreon, Within Temptation) nicht mehr. Für das dritte Album „What Are You Waiting For“ wurde deshalb das international erfolgreiche Produzententeam „Wizardz of Oz“ (Britney Spears, Liz Phair) verpflichtet.

Erschienen ist „What Are You Waiting For“ im Jahr 2005 bei RCA/SonyBMG, die das Album Ende März 2006 auch in Deutschland auf den Markt bringen. Es beinhaltet 13 glattgebürstete Mainstreamsongs, die – wie es der Zufall so will – perfekt in die aktuelle Pop-Landschaft passen: E-Gitarren täuschen Härte vor („Don’t crush me“, „Where are you now“), für die Festivals und Stadien dieser Welt werden mitsingbare Hymnen komponiert („Take your time“), platte Pianoballaden mit Streicherunterstützung machen auf melancholisch („Brighter days“), akustische Liedchen suggerieren Lagerfeueratmosphäre („I apologize“) und grundsätzlich gehen die süßlichen Melodien auf Anhieb ins Ohr („Really something“). Das wird bei Fans von Avril Lavigne, Kelly Clarkson, Ashlee Simpson und Ana Johnsson 100%ig funktionieren. Am großen Rest wird aber auch dieses Krezip-Werk vorbeihuschen wie ein lascher Windhauch. Fragt sich nur, was unsere Nachbarn in den Benelux-Ländern so toll an dieser Musik finden? Aber vermutlich reichen denen zwei guter Songs wie „Same mistake“ und „Peace of mind“. Aber zwei aus 13? Das kann es nicht sein.

Anspieltipps:

  • Same mistake
  • Take your time
  • Don’t crush me
  • What Are You Waiting For
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