Wilson Jr. - Introinvasion - Cover
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Wilson Jr. Introinvasion


  • Label: Consolidate Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein fertiges Album in die Tonne zu treten und trotz teurer Produktionskosten nicht auf den Markt zu bringen, dazu gehört schon eine ganze Menge Mut. Denn solche „Spielchen“ können leicht den Plattendeal kosten. Frank (Gesang, Gitarre) und Basti Wegner (Drums), sowie Bassist Martin Achter sind diesen Weg gegangen. Mit 13 Jahren Erfahrung auf dem Buckel spürten sie nämlich, dass die ursprünglichen Kompositionen ihrer Debüt-CD „Introinvasion“ nicht die Qualität besaßen, die sie sich vorgestellten hatten. Und so dauerte die Arbeit ein weiteres Jahr an, bis nun endlich Ende April 2006 das fertige Album das Licht der Welt erblicken darf.

Nach mehreren Jahren im Proberaum und „Blut, Schweiß und Tränen“, schickt das Würzburger Trio elf Alternative-Rock-Songs mit deutschen Texten ins Rennen, die von Mario Thaler (Slut, Sportfreunde Stiller, The Notwist) gekonnt abgemischt wurden und das fehlende Bindeglied zwischen „Hamburger Schule“ und US Indie-Rock darstellen. Die Texte erreichen zwar nicht die Weinerlichkeit eines Thees Uhlmann (Tomte), dafür tritt Sänger Frank Wegner stimmlich ein ums andere mal auf die Tränendrüse („2004“, „Lass nicht ab“). Für Rockmusik ist so eine Performance fast schon zu seicht. Aber damit beweisen Wilson Jr., dass sie bereit sind, ihren eigenen Weg zu gehen.

Die meisten Songs auf „Introinvasion“ wissen durchaus zu gefallen, was bedeutet, dass es natürlich auch den einen oder anderen kleineren Ausfall gibt. Das einzige Manko ist, dass dem Album ein richtiger Hit fehlt, der sich wie ein Paukenschlag von den restlichen Songs abhebt. So bewegen sich Stücke wie „Nur das eine“, „Schild zurück“ und „Immerhin“ auf überdurchschnittlichem Niveau, ohne nachhaltig mitzureißen. Richtig stark ist die Platte immer dann, wenn die Gitarren ordentlich Druck haben und Frank Wegner kraftvoller singt („Im Schneckenlauf“, „Tausendmal“, Immerhin“). Fazit: „Introinvasion“ ist ein gelungenes Debüt mit Potenzial für die Zukunft.

Anspieltipps:

  • Tausendmal
  • Nur das eine
  • Letztes Stück
  • Im Schneckenlauf
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6.5/10

Niente
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