Delaware - Lost In The Beauty Of Innocence - Cover
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Delaware Lost In The Beauty Of Innocence


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus dem zum größten Teil mit Einsamkeit gesegneten Norwegen kommen die vier Herren von Delaware. Einsamkeit und eine damit einhergehende Melancholie britischen Ursprungs findet man auch in ihrer Musik, die unter dem Namen Delaware mit dem Debüt „...And Everything Reminds Me“ im Jahr 2003 erste, prächtige Früchte hervorbrachte. Das Album wurde in Deutschland aufgenommen und bekam hierzulande wie auch in ihrer Heimat wohlgesinnte Kritiken. Durch eine Neuorganisation bei Delawares damaligem Label Sony BMG wurde der Band nicht die Promotion zuteil, die sie von einem Major erwartet haben. So verabschiedete man sich von Sony und wechselte zum deutschen Indie-Label Strange Ways.

Mit einer aufopferungsvollen Plattenfirma im Rücken startete das Quartett die Aufnahmesessions im heimatlichen Drammen in Norwegen. Dort analysierte man umgehend die Schwächen des Vorgängers, die in seinem allzu perfekten Klang lagen und achtete beim Sound von „Lost In The Beauty Of Innocence“ mehr auf einen authentischeren Klang, der schlussendlich vom Zeromancer-Sänger Alex Moklebust zu dem gemacht wurde, was wir nun als fertiges, von getragener Schönheit eingerahmtes Werk in den Ohren vernehmen.

Sanft eröffnen die Norweger mit „The Fourteenth“ den Longplayer und zelebrieren mit der Präsenz von Streicher-Samples und eindringlichen Gitarren Musik für die Seele. Der Refrain geht rockiger zur Sache und erhöht die Hymnentauglichkeit dieses Tracks. Schon dieses erste Stück lässt vermuten, dass man von der Platte nicht genug bekommen kann. Die Melodien bezaubern, während Gefühle direkt vermittelt werden und die Energie an der richtigen Stelle dem Träumenden die Augen öffnet. Ein dichter Bandsound begeistert in „CS“, während feingliedrige Harmonien der Gitarre hervorblinzeln und Sänger Richard Holmsen mit seiner berührenden Stimme zufriedene Gesichter hervorzaubert.

Trotz einer nicht von der Hand zu weisenden Nähe zu gewissen Bands aus dem melancholischen Pop/Rock-Sektor mit Hang zum Vereinten Königreich vermitteln Delaware Eigenständigkeit und durchdachte Arrangements mit samtener Pop-Attitüde, die niemals zu glatt, sondern einfach durchweg schön und wohlig den Tag versüßt. Echte Hits sind neben den „nur“ großartigen Songs auch vertreten. So kommt man an „Loss“, welches spätestens im Refrain zu guter Laune verpflichtet und mit glasklaren Gitarren verziert ist sowie „Wish For“, einem Weite erzeugenden Song mit süchtig machenden Keyboardmelodien nur sehr schwer vorbei. Ein gehöriges Maß an Theatralik bietet „Unfold“, das sich mit Unterstützung von Richard Holmsen in ungeahnte Höhen schraubt und intensiv an den Hörer weitergegeben wird.

Delaware empfehlen sich als höchst beachtungswürdige Band des noch jungen Jahres 2006 und legen ein tolles, ausgefeiltes Zweitwerk voller Eingängigkeit und Sehnsucht vor. Der Weg zu Strange Ways scheint ihnen mehr als gut getan zu haben und so bleibt dem Quartett und seinen Fans, mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Mit ein bisschen Glück werden Delaware die Öffentlichkeit erhalten, welche ihnen aufgrund von großartiger Musik allemal zusteht und manch´ andere maximal gleichwertige Band schon längst für sich beansprucht.

Anspieltipps:

  • CS
  • Loss
  • Unfold
  • Wish For
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