Graham Coxon - Love Travels At Illegal Speeds - Cover
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Graham Coxon Love Travels At Illegal Speeds


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Wunderland aus rockigen Gewittern in bester Punk-Tradition.

Vier Jahre sind nun nach seinem Ausstieg bei der britischen Formation Blur vergangen und Graham Coxon, früherer Gitarrist bei eben jener Band um Frontmann Damon Albarn, kann mittlerweile auf sein sechstes Solo-Album zurückblicken, welches wie der Vorgänger „Happiness In Magazines“ (2004) erneut von Stephen Street produziert wurde, seines Zeichens formende Hand bei diversen The Smiths/Morrissey-Alben und den ersten Blur-Tonträgern. Graham Coxon hat sich als Solokünstler etabliert und ist schon längst dem Schatten der Vergangenheit entflohen. Dass ihm dieser Umstand gut tut, beweist er auf´s Neue mit dem Werk „Love Travels At Illegal Speeds“, dem in jeder Minute ein gehöriges Maß Selbstvertrauen anzuhören ist und sich textlich von einer persönlichen Seite zeigt.

Rock der althergebrachten Schule verknüpft sich vor allem im Opener-Dreigestirn aus „Standing On My Own Again“, „I Can´t Look At Your Skin“ sowie „Don´t Let Your Man Know“ mit Punk und im weiteren Verlauf des Album mit einem Pop-Verständnis, wie es Blur selbst in ihren besten Zeiten nicht allzu oft präsentieren konnten. Wenn dann noch ein Hauch Country „Tell It Like It Is“ beeinflusst sowie das von Americana und einem der Welt entfliehenden Flötenspiel geprägte „Flights To The Sea (Lovely Rain)“ erklingt, bleibt kein Auge mehr trocken und die Stimmung auf einem hohen Level. Die Hammond-Orgel im spritzigen „You Always Let Me Down“ gibt diesem energischen Feuerwerk den Rest und ist prädestiniert für eine mitreißende Live-Darbietung.

„See A Better Day“ lässt ein vorwiegend überragendes Werk im Singer/Songwriter-Stil ausklingen und erfüllt Graham Coxons Gesang mit sanftmütiger Sehnsucht, die in Textpassagen wie „Gotta call you on the phone ´cause I ain´t feeling right, I can´t stand to be alone on these dark dark nights. And you´re the only girl who can shake my blues away, with your miracle smile and the things that you say...“ noch schöner zum Ausdruck kommt, als es die getragene musikalische Interpretation ohnehin vermag.

So wandert man durch ein Wunderland aus rockigen Gewittern in bester Punk-Tradition, die dank einer direkten Produktion perfekt zur Geltung kommen, während die schemenhaften Balladen dem entzückenden Zwielicht an sonnigen Tagen gleichen. Doch natürlich sind wir hier nicht in Florida, sondern in good old Britain, so dass dennoch für Melancholie im angenehmen Maße gesorgt ist. Es bleibt aber eindeutig festzustellen, dass „Love Travels At Illegal Speeds“ genug Positivität und beherztes Engagement vermittelt, um diese Platte als absoluten Tipp für den Frühling zu werten. In dieser Verfassung ist mit Graham Coxon in zunehmender Vorfreude auf die nächsten Taten mehr denn je zu rechnen.

Anspieltipps:

  • Don´t Let Your Man Know
  • You And I
  • Gimme Some Love
  • Tell It Like It Is
  • You Always Let Me Down
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