Caliban - The Undying Darkness - Cover
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Caliban The Undying Darkness


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ersparen wir uns jegliche Anspielungen auf den Bandnamen, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einer islamischen Fundamentalistengruppe haben könnte und klären vornweg, dass „Caliban“, in der aktuellen Besetzung aus Andreas Dörner (Gesang), Marc Görtz (Gitarre), Denis Schmidt (Gitarre), Marco Schaller (Bass) und Patrick Grün (Schlagzeug) bestehend, ihren Namen von einer Figur aus der Komödie „The Tempest“ (zu Deutsch „Der Sturm“) von William Shakespeare übernommen haben, die als wilder und missgestalteter Sklave beschrieben wird, die nie freundlich Antwort gibt. Genauso kann ebenfalls die Musik der fünf Deutschen beschrieben werden, die laut Plattenfirma aus den beiden Genres Metal und Harcore das „Ursprünglichste, Brachialste und doch auch Dynamischste heraus holen, um es zu einem kraftvollen Gebräu zu vermengen“.

Seit 1997 (damals noch unter dem Namen „Never Again“) unterwegs, gehören sie daher zu einer der Vorreiterbands die den Begriff Metalcore prägten und um kraftvolle und brachiale Facetten bereicherten. Daher ist es verwunderlich, dass Caliban die Zeichen der Zeit ausgenutzt haben und inmitten der prächtig gedeihenden Emo-, Screamo-, und Metalcore-Euphorie ein Werk wie „The undying darkness“ vorzulegen, dass mit den auf kommerziellen Erfolg ausgelegten Pendants Bullet for my Valentine, My Chemical Romance und wie sie alle heißen auf gleicher Wellenlänge ist und aufgrund der schier überbordenden Menge an Mitstreitern in diesem Genrekomplex komplett untergeht. Damit hängen sie nicht nur ihren Status als Ausnahmeerscheinung an den Nagel, sondern lassen die „unsterbliche Dunkelheit“ auch an der gleichen Monotonie erkranken wie der Vorgänger „The opposite from within“ (2004) und versuchen zusätzlich die süßlich gesungenen Zwischenparts der gerade angesagtesten Acts in das Opus einfließen zu lassen. Die langjährigen Fans werden es ihnen nicht danken, die neu hinzugekommenen mit hoher Wahrscheinlichkeit begrüßen.

Ein plausibler Grund für diese unerwartete Wende in ihrem Schaffen könnte der Wechsel Anfang 2004 zu Roadrunner Records sein, der ihnen mit dem Unterzeichnen des Vertrages die Tür zur US-Metalcoreszene aufgestoßen hat, die jetzt mal erobert werden will und das anscheinend mit „all means necessary“. Bestes Beispiel hierfür sind die für sich sprechenden Titel „I rape myself“, „Song about killing“, „It´s our burden to bleed“, „Together alone“ oder „I refuse to keep on living“ die allein durch diese klischeehafte Benennung auf großen Zuspruch treffen werden. Unbegreiflich ist allerdings die Ähnlichkeit des Songkonstrukts der einzelnen Tracks untereinander. Es beginnt zwar jedes Stück unterschiedlich, im Endeffekt läuft es aber immer auf das selbe Schema hinaus und bevor es zum Stillstand kommt bläst der Schlagzeuger dem Hörer schnell ein Drumgewitter um die Ohren oder Fronthirsch Dörner röhrt sich die Seele aus dem Leib. Das macht zwar ein- bis zweimal Spaß, nach dem dritten Mal ist das dann nur mehr als schlechter Witz zu erklären. Ob der hasserfüllte Gesang auf all diese Faktoren zurückzuführen ist kann zu diesem Zeitpunkt nicht geklärt werden, gute und sinnvolle Besserung wünschen wir Caliban aber auf jeden Fall.

Anspieltipps:

  • Together Alone
  • No More 2nd Chances
  • Moment Of Clarity
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