Ben Harper - Both Sides Of The Gun - Cover
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Ben Harper Both Sides Of The Gun


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 90 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ben Harper wir es mit „Both Sides Of The Gun“ wieder nicht schaffen, den deutschen Musikmarkt zu erobern.

Ben Harper veröffentlicht mit gewissem Ehrgeiz und Kontinuität seine Alben. Viele seiner Fans haben aber jedes Mal das Problem, dass sie entweder die funkigen oder melancholischen Sachen des Amerikaners bevorzugen. Für all jene veröffentlichte er nun „Both Sides Of The Gun“ – sein bisher vielseitigstes Album. Da er eine besonders kreative Phase durchlief und sich nicht für eine bestimmte Auswahl seiner Lieder entscheiden konnte, gibt es eine ein Doppelpack, das eine weiße und schwarze CD beinhaltet – weiß für traurige, melancholische Balladen, schwarz für Funk in dem von ihm so geschätzten Stil der 60er/70er Jahre.

Seit seiner ersten Veröffentlichung „Welcome To The Cruel World“ (1994) hat sich Ben Harper nicht verbessert – denn dies war bei seinem herausragendem Talent gar nicht möglich. Vielmehr hat er seine Repertoire stilistisch erweitert – Funk, Gospel, Blues, Rock, Pop, Soul, sogar Country. Zu sagen, welche musikalische Richtung ihm am besten liegt, wäre genau so schwierig, wie sich festlegen zu müssen, welche der zwei CDs von „Both Sides Of The Gun“ die bessere ist. Beide präsentieren trotz ihrer festgelegten Musikrichtung einen abwechslungsreichen Künstler, der sowohl ein hervorragender Musiker, als auch Texter ist.

Das weiße Album zeigt den Sänger mit seinem typisch melancholischen Gitarrenspiel und weichem Gesang, der so völlig anders klingt als auf dem schwarzen Album. Harper meint selbst von seinen Texten, er würde nicht so tief in Metaphern waten. Dementsprechend authentisch erscheinen seine Texte. Wer das Werk des Künstlers verfolgt, kennt die Thematiken, mit denen er sich auseinandersetzt. Typisch und immer wiederkehrend sind die Begriffe „Liebe“ (in allen Facetten), „Glaube“, „Unterdrückung“, „Kampf“ und „Revolution“. Dies ist nicht massentauglich, aber für die, die seine Musik hören, eine wertvolle Inspiration.

Auf dem schwarzen Album gibt er sein Tribut an die Funklegenden vergangener Jahre. Gitarrenlastiger Soul, Blues, Funk – stimmlich untermalt durch kraftvolles Singen, Schreien, Jammern. Herausragend erscheint hierbei das groovige „Get it like you like“. Textlich gibt sich Harper kritisch wie nie: „Black rain“ ist eine Anklage an die Bush-Regierung bezüglich dem Verhalten während der Überschwemmungskatastrophe in New Orleans. Er wendet sich auch gegen die permanente Darstellung und somit Bagatellisierung von Gewalt – zu hören in „Both sides of the gun“ und „Please don´t talk about murder while I am eating“.

Fazit: Ben Harper wir es mit „Both Sides Of The Gun“ wieder nicht schaffen, den deutschen Musikmarkt zu erobern. Dafür ist er zu eigen, zu unangepasst. Seine Lieder wurden nicht zum nebenbei hören kreiert, sondern zum Genießen.

Anspieltipps

  • Black Rain
  • Gather ´Round The Stone
  • Get It Like You Like It
  • Morning Yearning
  • Picture In A Frame
  • Reason To Mourn
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