Snow Patrol - Eyes Open - Cover
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Snow Patrol Eyes Open


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

1994 beginnt die Geschichte von Snow Patrol, die anfänglich den Bandnamen Polar Bear tragen sollte, im nordirischen Belfast. Sänger/Gitarrist Gary Lightbody und Basser Mark McClelland treffen sich regelmäßig, entdecken ihre gemeinsame Liebe zur Musik, jammen und finden schnell einen Drummer namens Jonny Quinn, mit dem sie beim Jeepster-Label (Belle & Sebastian) ihr noch recht Folk Rock-orientiertes Debüt „Songs For Polar Bears“ herausbringen. Es folgen Support-Slots für Supergrass und ein Auftritt beim All Tomorrow´s Parties-Festival im Jahr 2000, während sie ein irisches Magazin für ihre Erfolge auf der Insel mit einem Award auszeichnet.

Obwohl der Album-Nachfolger "When It's All Over We Still Have To Clear Up" noch bei Jeepster erscheint, ziehen Snow Patrol die Notbremse, da das Label ihnen ihren Sound aufdrücken will. Auf Polydor/Fiction wird „Final Straw“ veröffentlicht und erntet erstmals auch auf dem europäischen Festland mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Im letzten Jahr stehen die Zeichen auf Sturm, denn U2 nehmen sie mit auf Tour und Snow Patrols Auftritt beim Live 8-Festival in London wird von den Massen außerordentlich gefeiert. Die Aufnahmen für das neue Werk „Eyes Open“ werden von einer nicht unwesentlichen Spannung seitens der Musikbegeisterten begleitet, wie wohl der Nachfolger des großartigen „Final Straw“ ausfällt. Am Bass ist Paul Wilson neu dabei und einen festen Keyboarder gibt es mit Tom Simpson nun auch. Bleibt nur noch die 45-minütige Reise in bergige Rock/Pop-Landschaften, welche erhabener kaum sein könnten.

Radiotauglich rockig mit dem melancholischen Element von Fernweh ist der Opener „You´re All I Have“ geschmückt, dessen Sixties-Like Sing-a-longs gut ins Ohr gehen. Im Vergleich zu dem, was da noch kommen soll, ist dieser Track allerdings eher durchschnittlich. Denn schon der zweite Song „Hands Open“ zieht alle Register, die Snow Patrol ausmachen. Druckvolle Gitarren, wuchtige Drums und die erstklassige Stimme von Mr. Lightbody funktionieren in Stadien genauso wie in Clubs. Höchst einschmeichelnd sind die Hooklines, welche durch Rhythmuswechsel und wohl dosierte Energie direkt in die Beine gehen. Für den textlichen Verweis auf Musikerkollege Sufjan Stevens, der für jeden US-Bundesstaat ein Konzeptalbum präsentieren will, gibt es ein gutgelauntes Schmunzeln gratis dazu. Nach starken, aber nicht unbedingt zeitlos grandiosen Songs geht es mit dem emotionalen Seelenheil „Make This Go On Forever“ (inklusive einem herzbrechenden Piano) und dem Duett mit Martha Wainwright in Form von „Set The Fire To The Third Bar“ wieder steil bergauf.

Die Formkurve von Snow Patrol zeigt nach dem Vorgänger „Final Straw“ auch mit dem aktuellen Longplayer „Eyes Open“ weiterhin nach oben, ist es doch die Mischung aus massenkompatiblen, aber nicht gesichtslosen Rockern mit Herz und sehnsüchtigen, ergreifenden Balladen, die auf Album Nr. 4 geradezu perfektioniert wurde und sofort den Hörer anspricht, ohne ihn nach kurzer Zeit als gesättigt zu enttäuschen.

Anspieltipps:

  • Hands Open
  • Open Your Eyes
  • Make This Go On Forever
  • Headlights On Dark Roads
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