The Streets - The Hardest Way To Make An Easy Living - Cover
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The Streets The Hardest Way To Make An Easy Living


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mike Skinner ist doch wirklich einer der egoistischsten Menschen im Musikgeschäft. Nicht nur, dass der Gute weiterhin in schwer bis gar nicht verständlichem Slang seinen Sprechgesang zum Besten gibt, bei dem wirklich gute Englischkenntnisse vonnöten sind, um nicht irgendwo nachzulesen, von was der denn jetzt faselt (vor allem weil Skinners Geschichten, Tatsachenberichte und autobiographische Erzählungen durchaus wert sind, sie näher zu ergründen), sondern er hat auch überhaupt keine Skrupel, seinen durch die Verkäufe der zwei Vorgängeralben „Original pirate material“ (2002) und „A grand don´t come for free“ (2004) angehäuften Ruhm den Fans unter die Nase zu reiben, in dem er seinen kürzlich erstandenen Rolls Royce als Cover für das neue Oeuvre „The hardest way to make an easy living“ auserkoren hat und diesen auch gleich protzig auf seiner neuen Homepage zwischen den Menüpunkten herumfahren lässt.

Nach dem Skandalvideo zu „Blinded by the lights“ (Skinner zieht sich weißes Pulver durch die Nase) und dem Tod seines Vaters denkt der Rapper also auch anno 2006 nicht daran leise zu treten oder zumindest weniger großkotzig zu wirken oder keine Kontroversen zu entfachen.

Dabei hätte er das alles gar nicht nötig, wird der eigene Sound von The Streets vermengt mit der Cockney-Zunge Skinners doch ohnehin überall sofort erkannt, denn allein die ersten paar Takte des Openers „Prangin´ out“ sind The Streets alias Mike Skinner in Reinkultur. Von einer großen Weiterentwicklung kann bei „The hardest way to make an easy living“ nicht gesprochen werden, allerdings erwartet das bei dieser One-Man-Show auch niemand, schließlich würden die Fans sicherlich abgeschreckt werden, wenn plötzlich perfektes Englisch an der Tagesordnung stehen und Skinner auf „Political Correctness“ pochen würde. Nein, nein, es ist schon gut so, dass der 27-Jährige „fuck“ als Reimwort benutzt und sich auch sonst einen Dreck um eine gepflegte Aussprache kümmert. Das klingt eben auch authentischer und lebendiger. Da macht es einem dann nichts aus, wenn das eine oder andere verwendete Sample eigentlich nur in Endlosschleife abgespielt wird und eher selten in den Vordergrund tritt. Skinner ist eben ein egoistischer Mensch und hört seine Stimme immer noch am liebsten.

Dadurch verhält es sich mit dem neuen The-Streets-Output wie mit den zwei Alben davor. Wer „Original pirate material“ und / oder „A grand don´t come for free“ besitzt wird an „The hardest way to make an easy living“ Gefallen finden und die Platte auf Heavy Rotation setzen, was durch die Laufzeit von 37 Minuten sowieso unabdinglich ist. Hardcore HipHop-Freaks, die sich ausschließlich 50 Cent oder Eminem reinziehen, sollten vorher vielleicht reinhören, sonst könnte es eine böse Überraschung geben. Wem allerdings genau diese Herren seit geraumer Zeit auf die Nerven gehen, für den sollte diese Platte einen Blick wert sein.

Anspieltipps:

  • Prangin´ Out
  • Hotel Expressionism
  • Never went to church
  • The Hardest Way To Make An Easy Living
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