Cannibal Corpse - Kill - Cover
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Cannibal Corpse Kill


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Neufassung von „Bambi“ mit musikalischer Untermalung durch Cannibal Corpse wäre sicherlich auch für viele interessant.

Fans von Cannibal Corpse haben es schwer. Vor allem solche, die erst in den letzten Jahren dazugestoßen sind, denn die ersten drei Alben „Eaten back to life“ (1990), „Butchered at birth“ (1991) und „Tomb of the mutilated“ (1992) dürfen auf keinem Konzert gespielt werden und aufgrund äußerst geschmackvoller Texte und Cover der einzelnen Platten sind schon ein paar auf dem Index gelandet und im Handel daher nicht mehr zu erstehen, was eine Vervollständigung der Diskographie maßgeblich erschwert. Ihre nunmehr 10. rituelle Opferung (das letzte Werk „The wretched spawn“ stammt aus 2004) der Instrumente und des Organs von George „Corpsegrinder“ Fisher, der seit dem 96er Output „Vile“ nach dem Ausstieg von Chris Barnes mit an Board ist, nennt sich ganz unkompliziert „Kill“ und offenbart zwar keine Neuerungen, aber glänzt dennoch wie die stets polierte Axt mit der Cannibal Corpse alles kurz und klein hacken wollen (Menschen eingeschlossen).

Nach dem Eröffnungsplädoyer „The time to kill is now” und der typischen Schlussfolgerung „Make them suffer” haben sich CC dann schon warm gespielt und metzeln sich auf spieltechnisch hohem Niveau durch weitere elf Death-Metal-Tracks, die einer Autofahrt mit durchgeschnittenen Bremsschläuchen gleichgesetzt werden kann. Langsame oder softe Parts Marke Metalcore oder klar gesungene Lyrics werden vergeblich gesucht, stattdessen prügeln sich Schlagzeug und Stimme, die hin und wieder von sägenden Gitarren gegenrhythmische Begleitung erfahren. Außerdem kann es schon mal vorkommen, dass sich ein Track während seiner durchschnittlichen Laufzeit von drei Minuten taktmäßig um 180 Grad dreht und komplett anders gegen die Zielgerade brettert als er eigentlich begonnen hat. Diese häufigen Sprünge bringen ausreichend Abwechslung in den Leichenschmaus, fordern den Hörer mitunter allerdings ganz schön, denn solch ein Wechsel erfolgt genauso unerwartet wie er verschwindet.

Diese komplexen Strukturen sind, abgesehen von den lieblichen Texten, den dekadenten Covern und dem offensichtlichen Faible für nekrophile Themen ihr Markenzeichen und haben zu einer stetig wachsenden Fangemeinde geführt. Für genau diese Menschengruppe wurde „Kill“ geschrieben, obwohl eine Neufassung von „Bambi“ mit musikalischer Untermalung durch CC sicherlich auch für viele andere ansprechend wäre. Freiwillige vor!

Anspieltipps:

  • Make Them Suffer
  • Barbaric Bludgeonings
  • Brain Removal Device
  • Five Nails Through The Neck
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