Sodom - Sodom - Cover
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Sodom Sodom


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das bisher vielleicht technisch anspruchsvollste Werk Sodoms.

Nach der absolut formidablen Doppel-DVD „Lords Of Depravity Part 1“ im letzten Jahr, legt die Thrash-Metal-Legende aus dem Ruhrpott mit einem neuen Studioalbum nach. 4½ Jahre nach „M-16“, dem letzten Stahlmantelgeschoss der Herren um Bandchef Tom Angelripper, hört das neue und insgesamt elfte Werk auf den schlichten Titel „Sodom“. Die von ständigen Besetzungswechseln geplagte Band spielt nun schon seit zehn Jahren in derselben Formation zusammen und feiert mit dem ersten nach sich selbst benannten Album ein kleines Jubiläum. Neben Sänger, Bassist und Personalchef Tom Angelripper, sind Drummer Bobby Schottkowski und Gitarrist Bernemann für den unverwechselbaren Sound der Ruhrpottler zuständig.

Produziert von Ex-Sodom-Gitarrist Andy Brings (The Tracelords), der auch schon „Tapping The Vein“ (1992) und „Get What You Deserve“ (1994) betreute, wurde das Album mit reichlich Verspätung in den Midas Twins Studios in Hagen fertiggestellt, nachdem ursprünglich Achim Köhler (Sinner, Primal Fear, Brainstorm, Chinchilla) an den Reglern sitzen sollte. Dieser schmiss aber seinen Produzentenjob hin und stieg beim Label Nuclear Blast ein. So mussten die Bassparts und der Gesang nach den bereits aufgenommenen Drum- und Gitarrenspuren in einer zweiten Studiophase eingetütet werden. Zudem kostete die Produktion von „Lords Of Depravity Part 1“ unerwartet viel Zeit. Doch beides hat sich gelohnt!

Nach einem akustischen Intro nimmt die Dampfwalze mit „Blood on your lips“ langsam Fahrt auf. Doch während sich im Opener noch schnelle und langsam groovende Passagen abwechseln, wird mit „Wanted dead“ ein neuer Geschwindigkeitsrekord aufgestellt, der nur im Mittelteil kurz eingebremst wird. Tom Angelripper überrascht dabei mit variablen Vocals zwischen heiserem Brüllen und Death-Metal-artigen Growls. Es gilt also auch heuer, dass Sodom immer für ein heftiges Thrash-Metal-Brett der Extraklasse zu haben sind. Das Gute daran: Melodien müssten nicht außen vor bleiben!

Mal zaubert die Gitarre ein paar ganz exquisite Melodiebögen aus dem Hut („Buried in the justice ground“), dann wird herzhaft gerifft und ein Solo für die Ewigkeit abgefeuert („City of god“) und anschließend die Metal-Keule herausgeholt („Axis of evil“ – das nach den frühen Metallica klingt!). Und das alles bei bestem Sound, mit großer Dynamik und mächtig Druck auf der Pfanne. Mit den dilettantischen, aber kultigen Anfängen in den frühen Achtzigern hat dies nichts mehr zu tun. Die technisch anspruchsvollste Sodom-Besetzung aller Zeiten lässt absolut nichts anbrennen und holzt eines der besten Alben in der über 20jährigen Karriere der Thrasher ein. Stark!

Anspieltipps:

  • City of god
  • Axis of evil
  • No captures
  • The enemy inside
  • Buried in the justice ground
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