Motörhead - Kiss Of Death - Cover
Große Ansicht

Motörhead Kiss Of Death


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein weiteres typischen Motörhead-Album, nach dem der geneigte Hardrockfan alle zwei Jahre verlangt.

Während der inzwischen 60jährige Lemmy Kilmister nun schon seit über drei Jahren an seinem ersten Soloalbum werkelt und irgendwie nicht zu Potte kommt, aber dennoch unverständlicherweise Zeit findet, zusammen mit Slim Jim Phantom von den Stray Cats und Danny Harvey von den 13 Cats als komisches Trio The Head Cat eine schlechte Rockabilly-Platte namens „Fool’s Paradise“ (07/2006) einzuspielen, geht seine Hauptband Motörhead in das 30. Karrierejahr, um Album Nr. 23 vorzulegen. Recht so!

Wie schon das fast perfekte „Inferno“ (06/2004) wurde „Kiss Of Death“ wieder von Cameron Webb (Danzig, Over It, Lit, Zebrahead, Social Distortion) produziert und in gemeinschaftlicher Kompositionsarbeit von Lemmy, Mikkey Dee und Phil Campbell in den Paramount Studios in Los Angeles eingespielt, was der Qualität des Songmaterials im Vergleich zu Alben aus der Mitte der 90er Jahre hörbar gut tut. Dennoch kommt „Kiss Of Death“ nicht an die Durchschlagskraft des starken Vorgängers heran. Das liegt zum einen daran, dass Überraschungen wie „Whorehouse blues“ ausbleiben und sich neben Knaller wie „God was never on your side“ zu viele 08/15-Tracks („Kingdom of the worm“, „Going down“, „“) auf die Platte geschlichen haben.

So braucht es dann auch einige Zeit, bis man sich in das Album hinein gehört hat. Angefangen beim druckvollen Opern „Sucker“, über den Heavy-Metal-Ausflug „Trigger“ und „Christine“, in dem Motörhead vom Boogie packt werden, während Lemmy von einer seiner zahlreichen Verflossenen erzählt, die Gott sei Dank ein Pseudonym verpasst bekam (noch mal Glück gehabt, Lady!) bis hin zu „Sworn of glory“, das typischer Kilmister-Stoff über Soldaten ist, die todesmutig, aber ahnungslos in die Schlacht ziehen. Ein Song, der in dieser Form sicher auch gut auf das Album „1916“ (01/1991) gepasst hätte.

Worum es in „One night stand“ geht, dürfte klar sein. Es ist Lemmys Hommage an das wilde Tourleben, mit schnellem Groupie-Sex, literweise Jackie-Cola und echten Männerfreundschaften. „Under the gun” ist ein höllisch groovender Blues-Rocker, bei dem Mike Inez (Alice In Chains) zusammen mit Lemmy den Bass bedient. Und das ist nicht der einzige Gast auf dieser Scheibe. So wird auch noch die herausragende Power-Blues-Ballade „God was never on your side“ mit C.C. Deville von den Spandex-Posern Poison an der Gitarre dargeboten.

Am Ende ist „Kiss Of Death“ eben ein weiteres typischen Motörhead-Album, nach dem der geneigte Hardrockfan alle zwei Jahre verlangt. Nicht mehr und nicht weniger – und trotzdem gut.

Anspieltipps:

  • Sucker
  • Trigger
  • Christine
  • Under the gun
  • God was never on your side
Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
7.5/10

Walk The Earth
  • 2017    
Diskutiere über „Motörhead“
comments powered by Disqus