Mesh - We Collide - Cover
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Mesh We Collide


  • Label: Königskind/SPV
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mesh holen zur Offensive aus!

Als Anfang der Neunziger der Rave mit Bands wie EMF, Happy Mondays, etc. in England Hochkonjunktur hat, gründen sich Mesh in Bristol und starten eine Combo, die dunklen Industrial-Rock mit melodischen Synthie-Pop Strukturen kreuzt. Alben wie „Fragile“ und „In This Place Forever“ werden zumindest in Insiderkreisen gefeiert und lassen Mesh Öffentlichkeit zukommen, die mit diversen Hits von den Alben „The Point At Which It Falls Apart“ (1999) sowie „Who Watches Over Me“ (2002) zunimmt und durch eine höhere Zugänglichkeit den allgemeinen Pop-Hörer erreicht. Sogar Robbie Williams wird mit einem Mesh-Shirt gesichtet und die Single „Leave You Nothing“ erhält ein heute so nicht mehr denkbares Airplay im Musikfernsehen, dem Klingeltonwahn und diversen Nonsens-Formaten sei dank.

Inzwischen sind seit dem letzten Album vier Jahre ins Land gezogen, doch das Warten hat ein Ende. Mesh holen zur Offensive aus und setzen mit dem Opener „Open Up The Ground“ auf antreibende Beats, schwebende Synthie-Flächen und auflockernde Breaks. Ein echter Knaller für die Tanzflächen der Republik und natürlich auch darüber hinaus ein Ohrenschmaus, der von Mark Hockings Stimme sanft und dringlich zugleich veredelt wird. „What Are You Scared Of?“ kommt nicht so richtig aus der Hüfte und präsentiert sich im Vergleich zum Opener eher durchschnittlich. Ganz anders dagegen „Step By Step“ mit wunderschönen, melancholisch bewegenden Zeilen wie „I learn about strength through your strength, I learn about hope in your eyes, I learn about taste through your lips, I learn about trust trough your lies“ und einem tanzbaren Refrain, der mit umwerfenden Keyboardmelodien Energien freisetzt, die bei der anstehenden Deutschland-Tour sicher benötigt werden.

Sanftmütig und nachdenklich erinnert „No Place Like Home“ an „Leave You Nothing“ vom letzten Longplayer und punktet mit feingliedrigem Songwriting, welches keine Aufdringlichkeit benötigt, um erhört zu werden. Auch wenn es älteren Songs, wie erwähnt, teils ähnelt, bleibt besagter Song eine Wonne für die Seele und zeigt den hohen Standard, den Mesh mittlerweile erreicht haben. Neben herausragenden Highlights, die im weiteren Verlauf vor allem mit dem von Gitarrenriffs verzierten „This Is What You Wanted“, „Room With A View“ sowie dem abschließenden, sentimentalen „Can You Mend Hearts?“ auszumachen sind, finden sich auch eher blass bleibende Tracks wieder (als Beispiel sei „Rest In Pieces“ genannt).

Diese verzerren zwar den ansonsten überragenden Eindruck, sind aber zwischen den Langzeit-Hits gut untergebracht, so dass immer wieder Schmankerl den Longplayer in den oberen Bereich der Bewertungsskala heben. Wer braucht also neue Ideen, wenn der typische Sound gefunden wurde und er nahezu mit jedem Album in Richtung Perfektion getrieben wird. Simpel und doch eine echte Empfehlung für Leute die wissen, dass Synthesizer-Pop auch heute noch funktioniert und frisch klingen kann.

Anspieltipps:

  • Open Up The Ground
  • Step By Step
  • This Is What You Wanted
  • Can You Mend Hearts?
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