In Flames - Come Clarity - Cover
Große Ansicht

In Flames Come Clarity


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band sollte sich eine Auszeit gönnen, denn gemessen an den früheren Werken ist das hier leider nur (gehobener) Durchschnitt.

Nachdem der 2004er-Output „Soundtrack to your escape“ (STYE) einen kleinen Einbruch im sonst beständigen Veröffentlichen hochklassiger Melodic Death Metal – Alben markierte, war die Schwedencombo gezwungen ihren Sound neu zu überdenken und gegebenenfalls Kurskorrekturen vorzunehmen. Das Resultat der Überlegungen scheint erstaunlich unfruchtbar ausgefallen zu sein, denn anstatt wieder mehr Melodien einfließen zu lassen (deren Abwesenheit von einem Großteil der Fans an STYE kritisiert wurde), zieht das Quintett den Härtegrad um Nuancen weiter an. Das hat zur Folge, dass einige Songs des Albums sich erfolgreich weigern ins Ohr zu gehen. Wer gerne Dresche bezieht, wird sich dagegen vermutlich vor Allem an Songs wie „Vacuum“ ergötzen, zumal Sänger Anders Fridén seiner Stimme kaum Erholung gönnt – cleaner Gesang ist größtenteils Fehlanzeige.

Fraglos ist das hier vorliegende Album immer noch dem Melodic Death Metal zuzuordnen, wofür allein schon die Vielzahl mitsingtauglicher Refrains bürgt. Ein gutes Beispiel dafür liefert gleich mal der Opener (zugleich Single) „Take this life“. „Leeches“ macht dort weiter, wo „Take this life“ aufgehört hat. Schnell, hart und mit einem netten Refrain ausgestattet – doch letzten Endes zu einfallslos um nachhaltig zu begeistern. Etwas abwechslungsreicher geht es mit „Reflect the storm“ weiter, wobei hier der schwelgerische Refrain besonders hervorsticht. Das Lied hat meiner Meinung nach die besten Chancen für viele zum Lieblingstitel des Albums zu avancieren. „Dead End“ drückt – natürlich – von Beginn an mächtig auf die Tube. Doch halt, was ist das? Engelsgleicher Frauengesang stellt einen angenehmen Ausgleich zum sonstigen Gekreische dar.

Das belanglose „Scream“ kann getrost übersprungen werden, zumal der nun folgende Titeltrack wesentlich interessanter ist. Endlich wird das Tempo wieder etwas zurückgenommen und der Refrain orientiert sich stark an dem von „Reflect the storm“. Über „Vacuum“ sagt der Titel einfach alles. „Pacing death’s trail“ kann trotz viel Radau wieder mehr Akzente setzen. Das restliche Material möchte ich der Einfachheit halber unter der Kategorie „ferner liefen“ zusammenfassen. Von „Crawl through knives“ (wäre fast der Titeltrack geworden) bis zum tödlich langweiligen Ausklang „Your bedtime story is scaring everyone“ liefern In Flames einen eindrucksvollen Beweis, dass sie sich eine längere Pause gönnen sollten. Es nützt ja nichts, dass der Refrain bei den meisten Liedern zu überzeugen weiß, wenn dazwischen ständig die gleichen auf Dauer ermüdenden Riffattacken folgen. Produktionstechnisch gibt es dagegen nichts zu beanstanden. Während STYE merkwürdig blechern aus den Boxen schepperte, klingt „Come Clarity“ so druckvoll, wie man das unter anderem beim Referenzwerk „Reroute to remain“ (2002) gewohnt war.

Allein dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass die Leistungskurve mit „Come Clarity“ (auch als Special Edition inklusive DVD erhältlich) wieder ansteigt. Dennoch sollte sich die Band eine Auszeit gönnen, denn gemessen an den früheren Werken ist das hier leider nur (gehobener) Durchschnitt.

Anspieltipps:

  • Dead end
  • Come clarity
  • Take this life
  • Reflect the storm
  • Pacing death’s trail
Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „In Flames“
comments powered by Disqus