Q-Point - Nothing Else - Cover
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Q-Point Nothing Else


  • Label: Mole/INTERGROOVE
  • Laufzeit: 68 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es soll sich ja mittlerweile herumgesprochen haben, dass die Schweiz in Sachen Pop mehr zu bieten hat als das Trash-Gesamtkunstwerk DJ Bobo. Zugegeben: noch sind wenig Schweizer Popmusiker hierzulande richtig bekannt. Doch mit der Berner Formation Lunik hat es eine Gruppe, die ursprünglich aus dem Bereich der elektronischen Musik kommt, im vergangenen Jahr sogar in die deutschen Charts geschafft. Der elektronischen Musik hat sich auch der Jazzgitarrist und Produzent Eric Hunziker mit seinem Projekt Q-Point verschrieben. Zwei Jahre nach seinem Debut „Flow“ erscheint nun das zweite Album des Luzerners, „Nothing Else“.

Es ist ja eine Kunst, Musik so zu konzipieren, dass sie niemanden verstört, wenn sie im Café oder der Bar um die Ecke läuft, gleichzeitig aber weder trivial ist, noch so unauffällig daherkommt, dass sie als reine Hintergrundbeschallung durchgeht. An diese Kunst, die mit dem Klassiker „Moon Safari“ (1998) des französischen Duos Air ihren ersten Höhepunkt erlebte und durch das britische Duo Zero7 mit den Alben „Simple Things“ (2001) und „When it falls““ (2004) perfektioniert wurde, knüpft Q-Point nun an.

Nicht durchgängig stilsicher, aber doch meist mit Gespür für tragende Melodien und entspannte Downbeats, lässt Q-Point elegant Trip-Hop, Jazz und Soul zusammenfließen, soliert immer wieder fleißig auf seiner Jazz-Gitarre („Oracle“, „Resemblance“) oder benutzt ein Rückwärts abgespieltes und gelooptes Riff als Basis für die Entfaltung eines ganzen Songs („Double Cross“). Wie bereits beim Vorgänger-Album, veredelt die starke Stimme der New Yorkerin Yasmine Meguid auch diesmal wieder in den Songs mit Gesang die eingängigen Hook-Lines.

Dass „Nothing Else“ mit den oben genannten großen Referenzwerken von Air und Zero 7 dann doch nicht ganz mithalten kann, liegt vor allem daran, dass Hunziker bei manchen Tracks einfach zu sehr der Elektronik vertraut hat. Zu viel Synthetik nervt einfach. Dennoch kann man Q-Point definitiv auf die Liste mit jenen Schweizer Popbands schreiben, die es auch in Zukunft gilt, im Auge zu behalten.

Anspieltipps:

  • Nothing Else
  • Almost There
  • Resemblance
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