Grandaddy - Just Like The Fambly Cat - Cover
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Grandaddy Just Like The Fambly Cat


  • Label: V2/Rough Trade
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Grandaddy haben sich ihren charakteristischen Stil beibehalten, den sie auf diesem Album noch erweitert haben.

Die kalifornische Indie-Rockband „Grandaddy“ wurde 1992 in Modesto ins Leben gerufen. Ihre Gründerväter waren Jason Lytle (Leadvocals, Gitarre, Keyboard), Kevin Garcia (Bass) und Aaron Burtch (Drums). 1995 kam es zu einer Erweiterung um Jim Fairchild (Gitarre) und Tim Dryden (Keyboard). Ihre Musik zeichnet sich durch das Zusammenspiel beider Gitarren im Indie-Stil und dem minimalistischen Einsatz von Keyboard aus. Wie auch bei den vorangegangenen Werken werden auch auf ihrem neuen Album „Just Like The Fambly Cat“ Klänge aus der Natur mit elektronisch erzeugten Sounds gemischt, was Jason Lytle normalerweise selbst in seinem 24h Studio bei sich zuhause zusammenwürfelt („That's one of the good things about having an album that's so riddled with natural and synthetic sounds. You really never know where the stuff's coming from. It tends to blend into the environment“ – Jason Lytle).

Grandaddy haben ein interessantes Stilmittel verwendet, um ihr neues Album einzuleiten. „What happened“ ist kein wirklicher Song, sondern eine Geräuschkulisse mit Klavier und einem kleinen Kind, das seinen Großvater pausenlos fragt, was denn aus der „Fambly Cat“ geworden ist. Der Großvater antwortet zwar nicht, doch geht dieses Intro nahtlos in den ersten guten Song über. „Jeeze Louise“ klingt gegenüber seinem Nachfolger „Summer it's gone“ etwas innovativer. Dies macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn man Grandaddys vorletztes Album „The Sophtware Slump“ kennt. „Summer it's gone“ ist eine sehr typische Grandaddy-Komposition und ähnelt dem ehemaligen Hit „The Crystal Lake“ harmonisch gesehen in einigen Passagen. Der alte und neue Stil vermischt sich schließlich im nächsten Höhepunkt des Albums „Rear View Mirror“.

Erwähnenswert erscheint auch der Song „Skateboarding saves me twice“. Das Spannende daran ist, dass er eigentlich hauptsächlich instrumental ist. Gesang kommt nur in sehr kurzen Passagen vor, ist aber textlos und macht den Eindruck als wäre er eigentlich nur Begleitung zur Musik. Wenn man sich auf die Stimmung in diesem Song einlässt, dann eignet er sich perfekt zum Relaxen und Tagträumen. Eher schwach sind Songs wie „The Animal World“ und „Where I'm anymore“. „50 Percent“ weist zwar soundmäßig einige Neuerungen auf, klingt aber allzu sehr nach einem schlechten Punksong. Man würde Grandaddy darin auch nicht wiedererkennen, da die Stimme des Sängers durch Effekte verändert wurde. Außerdem passt er so schlecht zu den anderen Songs, dass man ihn eigentlich als nicht zu dem Album zugehörig empfindet.

Grandaddy haben sich ihren charakteristischen Stil beibehalten, den sie auf diesem Album noch erweitert haben. Die altbekannten Klänge, die wir von den Gitarren Fairchild und Lytles gewohnt sind, gehen um einiges öfter in verzerrte Formen über, als auf den letzten Alben „The Sophtware Slump“ und „Sumday“. Die Hälfte der Songs sind auch wie in den anderen Alben eher kurz gehalten, andere dauern wieder ganze 6½ Minuten Das Album kann man weder als wirklichen Fortschritt noch Rückschritt in der Songwriting-Karriere von Jason Lytle bezeichnen, auch wenn „The Sophtware Slump“ oder „Sumday“ doch um eine Spur besser sind, wenn man die Anzahl der guten Songs vergleicht. Dennoch können Grandaddy ihre Qualität zu einem großen Teil erhalten.

Anspieltipps:

  • Jeeze Louise
  • Rear View Mirror
  • Skateboarding saves me twice
  • This is how it always starts
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