Anti-Flag - For Blood And Empire - Cover
Große Ansicht

Anti-Flag For Blood And Empire


  • Label: RCA/SonyBMG
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Aufschrei in der Punkszene war heftig und hallt noch immer nach. Anti-Flag, das ultra-linke Polit-Punk-Quartett aus Pittsburgh, Pennsylvania, hatte einen mit kolportierten 500.000 Dollar Vorschuss dotierten Vertrag beim milliardenschweren Branchenriesen RCA/SonyBMG unterschrieben, „weil ihnen ihre Message so wichtig ist, dass sie sie weltweit vertrieben wissen möchten.“ Derlei entsetzte Reaktionen hatte es unter den Fans seit dem Wechsel von Bad Religion von Epitaph zu Epic/SonyBMG nicht mehr gegeben.

In der Tat ist der Gedanke grotesk: Amerikas schlechtes Gewissen macht sich zu einem Bestandteil der Großindustrie und kokettiert mit dem Mainstream. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit von Justin Sane (Gesang, Gitarre), Pat Thetic (Drums), Chris Head (Gitarre) und Chris #2 (Bass) muss das neue Anti-Flag-Album „For Blood And Empire“ deshalb schon eine ganz schöne Granate in Sachen Musik und Aussage darstellen, sonst könnte die seit 1994 aktive Band stark an Ansehen und Respekt verlieren. Doch schon die ersten Klänge machen deutlich, dass sich diese Band nicht verkauft hat, auch wenn man beim Cover scheinbar einen Kompromiss eingegangen ist. Denn die ersten Entwürfe waren um einiges schärfer, als das, was jetzt das Booklet ziert.

Überfallartig legen Anti-Flag mit dem rasendschnellen „I’d tell you but...“ und dem mit Ska-Anleihen groovenden „The press corpse“ los – tanzbare Protestsongs sozusagen. Mit „Exodus“, „Project for a new american century“ und dem grandiosen „Hymn for the dead” (inklusive Trompetensolo!) folgen reinrassige Mitgrölhymnen, die jedes Punkrockherz höher schlagen lassen. Doch damit haben die Amerikaner ihr Pulver noch längst nicht verschossen. Das mit Reggae-Einflüssen wuchernde und nicht minder eingängige „This is the end (for you my friend)” variiert geschickt das Tempo, „One trillion dollars” macht auf akustischen Country-Punk und „State funeral“ knüppelt hitzig mit „Confessions of an economic hit man“ um die Wette. So macht Punkrock wirklich Spaß!

Kritische Texte, abwechslungsreiche Kompositionen und eine druckvolle Produktion (in diesem Fall von Dave Schiffman, bekannt als Toningenieur für Audioslave, Jimmy Eat World, System Of A Down und Red Hot Chili Peppers), so kommen Ausnahmealben wie „For Blood And Empire“ zusammen.

Anspieltipps:

  • Exodus
  • Hymn for the dead
  • War sucks, let’s party!
  • This is the end (for you my friend)
  • Confessions of an economic hit man
Neue Kritiken im Genre „Punkrock“
Diskutiere über „Anti-Flag“
comments powered by Disqus