We Are Scientists - With Love And Squalor - Cover
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We Are Scientists With Love And Squalor


  • Label: Labels/EMI
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutschland geht’s gut. Schließlich können wir von uns sagen: „Wir sind Helden“ und „Wir sind Papst“. Nur Fußballspielen, das können wir zurzeit nicht so gut. Doch jetzt kommen ein paar Amerikaner, die tatsächlich behaupten „Wir sind Wissenschaftler“. Geht denn das so einfach?

Im Original heißt das Ganze freilich „We Are Scientists“ und ist ein Trio aus New York, das den musikalischen Zeitgeist mit seinem Debütalbum „With Love And Squalor“ direkt auf die Zwölf trifft. Etwas weniger euphorisch könnte man aber auch behaupten, dass Keith Murray (Vocals, Gitarre), Michael Tapper (Drums) und Chris Cain (Bass) mit ihrem Post-Punk-Post-Wave-Post-Rock á Arctic Monkeys, The Strokes, Bloc Party, Kaiser Chiefs, The Killers und Co. inzwischen etwas spät dran sind. So genau weiß man das ja nie mit den „Next big Things“. Und überhaupt, was schert mich der Hype von gestern?!

We Are Scientists gründeten sich im Jahr 2000 in Berkeley, Kalifornien als Universitätsrockband. Das Ziel Rockstars zu werden fest im Auge, zog es die Jungs nach ihrem Abschluss (2001) in den Big Apple, wo sie im Haus von Keith Murrays Großeltern mietfrei wohnen und proben konnten. Nach der üblichen Ochsentour durch die Keller und Clubs in New York, griff Virgin Records zu und nahm das Trio unter Vertrag. Zusammen mit Ariel Rechtshaid (Leerone, Plain White T’s) spielten We Are Scientists daraufhin 12 Tracks für „With Love And Squalor“ ein, von denen locker die Hälfte als Aushängeschilder für die aktuelle Rockszene taugen, weil die Songs alles haben, was es braucht, um hip zu sein. Sie sind tanzbar, haben packende Riffs, schöne Melodien und diesen einzigartigen Hauch von Größenwahn und Dilettantismus.

Deshalb ist ein Titel wie die erste Singleauskopplung „Nobody move, nobody get hurt“ blanke Untertreibung. Denn die Kids werden sich zu dem treiben Gitarren-Groover blutige Nasen auf der Tanzfläche holen, wenn sie das hoppelnde Schlagzeug nachtanzen und zu den Beats Headbangen. Und einmal angefangen, geht es in diesem Stil weiter. Mit plakativen Texten („This scene is dead, but I'm still restless. An hour or so until last call, I guess I shouldn't even be here, much less drinking myself into excess. Well come on, you can't go home. The night is young. I'm blacking out but it's been fun“) und mitreißenden Songideen liefern die drei Herren einen Indie-Hit nach dem anderen ab. Einzelne Lieder herauszugreifen, fällt dabei richtig schwer.

Hier passt ein Song zum anderen, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Ob nun die furios züngelnden Kracher „Inaction“, „Callbacks“ und „Cash cow“, das groovende „Can’t lose“ oder das selbstbewusst tönende „It’s a hit“ – We Are Scientists liefern ein unverschämt cleveres Album ab, das den Geist der Westküste atmet, aber an der Ostküste genauso zuhause ist. Kalkulation? Genialität? Zufall? Keine Ahnung, aber das Ergebnis ist absolut herausragend! Eine Frage gibt es aber noch: Was soll die Nummer mit den Katzen auf dem Cover...?

Anspieltipps:

  • Inaction
  • Cash cow
  • Textbook
  • Can’t lose
  • The great escape
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