Stereophonics - Live From Dakota - Cover
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Stereophonics Live From Dakota


  • Label: V2 Records
  • Laufzeit: 90 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Alles in allem ein gelungener Konzertmitschnitt!

2005 ist ein sehr erfolgreiches Jahr für die Stereophonics gewesen. Sie haben ihr Album „Language, Sex, Violence, Other?“ veröffentlicht, das bei den Fans ziemlich gut angekommen ist. „Das Album war dazu gedacht, eine gewisse Energie einzufangen – es ist sicherlich nicht perfekt und ziemlich rau, aber auf den Punkt gebracht, fängt es die Energie ein, die auch bei den Shows vorhanden war“, erklärt Sänger Kelly Jones.

Auf ihrer Tour zu diesem Album wurde auch der Mitschnitt für das Live-Album „Live From Dakota“ gemacht. Deshalb haben die Stereophonics auch einige Songs aus diesem ausgewählt, wie zum Beispiel „Superman“, ein Song, den man zwar nicht als herausstechend, aber dennoch als ganz nett bezeichnen kann. Auch „Pedalpusher“ kann sich durchaus hören lassen, während „Doorman“, ein Song im typischen Alternative-Sound, ziemlich langweilig ist. Noch dazu kommt das verstörende Solo, das für diese Nummer einfach viel zu überladen ist. Da es sich bei „Live From Dakota“ aber um ein Doppelalbum handelt, haben wir doch noch einiges mehr zu erwarten.

Das erste, was man hört, wenn man die Scheibe abspielt, ist das Gekreische der aufgeregten Fangemeinde, dann wird „Superman“ und „Doorman“ eingespielt. „A thousand trees“ geht einfach ab und gibt emotional sehr viel mehr her als der Vorgänger „Doorman“. Mit „Devil“ lässt die Band in keinem Fall nach. Der Song verbreitet eine leicht düstere Stimmung, die einen in den Bann zieht: „Mr. Writer“, eigentlich ein Klassiker aus dem Album „Just Enough Education To Perform“, ist ruhigerer Song, der aber einfährt.

„Deadhead“ ist eine beschwingtere Nummer, knüpft aber nicht an die Qualität der letzten Nummern an. „Maybe tomorrow“ wird clean gespielt, außer einer Gitarre und dem Sänger, der sich die Seele aus dem Hals brüllt, was nicht ganz zu dem dünn klingenden Gitarrensound passt, ist nichts zu hören. „The Bartender and the Thief“ ist im gleichen Stil wie „Doorman“ geschrieben und daher auch entsprechend schwach. „Local Boy in the Photograph“ gehört dafür wieder zu den qualitativ besser zu bewertenden Songs.

„Hurry up and wait“ unterscheidet sich stilistisch gesehen ein bisschen von dem was wir bis jetzt gehört haben, es wirkt tiefgründiger und bringt den Hörer in eine nachdenkliche Stimmung, die ihn total einnimmt, was man von „Madame Helga“ weniger behaupten kann. „Carrot Cake and Wine“ ist nach „Madame Helga“ wieder eine gelungene Abwechslung, da es ein ziemlich mitreißender Song ist. „I'm alright (you gotta get there to come back)“ trägt eingeklammert den Titel des gleichnamigen Albums der Stereophonics „You Gotta Get There To Come Back“ und ist wieder eine eher langsame Nummer, gefolgt von „Jayne“, „Two many Sandwiches“, „Traffic“ und „Just looking“ – vier Songs, die stimmungsmäßig richtiges Reisefieber beim Hörer auslösen können, denn vor allem die Stimmung in „Traffic“ und „Just looking“ hat etwas total Sehnsüchtiges und Träumerisches an sich. Diese drei Nummern eignen sich bestens dafür, wenn man mit dem Auto irgendwo ins Blaue unterwegs ist. Das Album endet mit „Dakota“, was man ja fast als Titellied bezeichnen kann.

Dieses Live-Konzert besteht aus sehr unterschiedlichen Songs, manche sind total langweilig, in keinem Fall außergewöhnlich, doch sind daneben wiederum so viele ausgenommen gute Nummern vorhanden, dass es schwer ist, es einheitlich zu beurteilen. Auf jeden Fall lässt sich feststellen, dass die Stereophonics, wie es eigentlich jede Band gerne in einem Live-Konzert macht, die besseren Kompositionen am Schluss gespielt haben, weswegen die zweite CD auf jeden Fall die spannendere ist. Man kommt erst zum Ende hin wirklich in Stimmung, da die erster Songs nur als ganz nett bzw. schwach einzustufen sind. Man rechnet nach einer Zeit eigentlich gar nicht mehr mit einem derart glorreichen Abschluss. Alles in allem ein gelungener Konzertmitschnitt!

Anspieltipps:

  • A thousand Trees
  • Devil
  • Mr. Writer
  • Hurry up an Wait
  • I'm alright (you gotta get there to come back)
  • Jayne
  • Traffic
  • Just looking
  • Dakota
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