Backyard Babies - People Like People Like People Like Us - Cover
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Backyard Babies People Like People Like People Like Us


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 38 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Hätten sich die Babies etwas mehr Zeit genommen, würde das Album vielleicht etwas länger als unbedingt nötig in der Stereoanlage bleiben.

Die schwedischen Backyard Babies haben wahrlich schon bessere Zeiten gesehen. Im Kielwasser von Alben wie „Total 13“ (1997: glühenden Gitarren, erfrischende Fuck-off-Einstellung) und „Stockholm Syndrome“ (2004) war man mit AC/DC, Motörhead und U2 auf Tour und auch eine eigene Headliner Tournee war drin. An die gute alte Zeit knüpft das neue Album „People like People like People like us“ mehr schlecht als recht an. Ob die Babies mit ihrem mäßigen fünften Werk feststellen wollen, dass die Leute sie mögen, oder ob sie Leute suchen, die wie sie sind (und die dann diese CD mögen?) sei hier mal dahingestellt.

Produziert von Nicke Andersson (Gitarrist der Hellacopters) wartet „People like People like People like us“ nicht gerade mit songwriterischen Höchstleistungen auf. Der ungeschliffene Punk'n'Roll-Sound ist zwar ganz solide, gleitet aber oft in uninspiriertes Geschrammel ab. An den Abgründen des Albums kann man den Sound der Backyard Babies als eine Mischung aus Greenday und Bon Jovi beschreiben (Roads, The Mess Age (How Could I Be So Wrong)). Die besseren Stücke erzeugen angenehmere Assoziationen, wie zum Beispiel das AC/DC inspirierte „Cockblocker Blues“. Sehr gut zum leicht angetrunkenen Abrocken geeignet sind „Dysfunctional Professional“, „I Got Spades“ und „People Like People Like People Like Us“ – die drei stärksten Songs des Albums.

Die restlichen Tracks sind die ersten dreißig Sekunden ganz nett, langweilen aber schnell, weil die Texte von phantasieloser Plattheit vermutlich dem inflationären Gebrauch eines Reimlexikons geschuldet sind. Eher zum Gähnen als zum Grölen animiert „We Go a Long Way Back“. Die alte Rotzigkeit der Vorgänger-Alben winkt uns verhalten aus „Hold 'em Down“ zu, „Heroes & Heroines“ knallt noch mal ganz ordentlich, aber dann geht es steil bergab: Fragwürdige Titel wie „Blitzkrieg Loveshock“ und das musikalisch Nichtssagende, aber sprachliche programmatische „You cannot win“ (in dem es heißt „It’s so hard to make things right“) markieren weitere Tiefpunkte von „People like People like People like us“.

Die Babies zum neuen Album: „We wrote more intensely and under a shorter period of time than ever before. A challenge that proved to be just positive since you don’t have time to analyze everything to pieces.” Da hätten sich die Babies wohl etwas mehr Zeit nehmen sollen. Dann würde die CD vielleicht etwas länger als unbedingt nötig in der Stereoanlage bleiben.

Anspieltipps:

  • People Like People Like People Like Us
  • Dysfunctional Professional
  • I Got Spades
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