The Juliana Theory - A Small Noise: The Best Of The Juliana Theory - Cover
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The Juliana Theory A Small Noise: The Best Of The Juliana Theory


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 62 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

The Juliana Theory aus Greensberg, Pennsylvania (USA) verabschieden sich nach ihrer knapp zehnjährigen Laufbahn als Indierockformation, die ein Genre wie Emocore erst möglich gemacht hat. 1997 gründen sich The Juliana Theory in der Konstellation aus Sänger/Gitarrist Brett Detar, Gitarrist Joshua Fiedler, Basser Chad Alan sowie Drummer Neil Hebrank und veröffentlichen zwei Jahre später das Debüt „Understand This Is A Dream“ auf dem amerikanischen Label Tooth & Nail. Emotionale Songs mit einem melodisch krachigen Fundament und gefühlvoller, manchmal auch aggressiver Stimme sind der Schlüssel zum Erfolg, der ihnen zumindest in den USA zuteil wurde.

Mit dem Nachfolger „Emotion Is Dead“ entwickeln sie sich mit der Hinzunahme von Gitarrist Josh Kosker weiter und lassen ihren Hardcore/Punk-Wurzeln deutliche Einflüsse aus verschiedenen Spielarten der Rockmusik folgen. Diese werden auf der EP „Musik From Another Room“ und dem Longplayer „Love“ weiter ausgebaut, während Drummer Neil den Job hinter der Schießbude an Josh Walters weitergibt. „Deadbeat Sweetheartbeat“ markiert in 2005 das letzte Album und mündet mit einem allerletzten Konzert der US-Amerikaner am 28.01.2006 in Köln. Um über die relativ kurze Schaffensphase einer prägenden Band, ohne die es eine ganze Heerschar an aktuellen Emocore-Vertretern wohl nicht geben würde, einen Überblick zu erhalten, bietet sich diese großzügig ausgelegte Compilation an.

In chronologischer Reihenfolge werden vor allem das Debüt „Understand This Is A Dream“ und dessen Nachfolger „Emotion Is Dead“ bedient, die allein schon 11 der 13 Tracks umfassenden Scheibe stellen. Die EP „Music From Another Room“ stellt die restlichen zwei Songs, während die letzten Studioalben „Love“ sowie „Deadbeat Sweetheartbeat“ vollkommen ausgespart werden. Ein glücklicher Umstand für alle, denen eher die punkigen Emocore-Werke liegen, welche mit Abstand zum Besten gehören, was The Juliana Theory veröffentlicht haben. Sicherlich zeichnet sie auf den letzten Platten der Mut aus, genrebedingte Einbahnstraßen zu umgehen, doch so richtig zünden konnten die Amerikaner in den letzten Jahren nicht mehr. Uns beehren also raue, bodenständige Songs mit Leidensfähigkeit und der Wut, um dieses Leiden auch herausschreien zu können.

„For Evangeline“ ist einer der ganz großen Gewinner dieser Compilation. Melancholisch und bedeckt mit zarter, herzerwärmender Süße startet man in einen Track, der sich fortwährend steigert und dank wunderbarer Gitarrenriffs in einer melodiösen, die Seele bewegenden Eruption endet. Dieser Moment, wenn sich packende Gitarren aus dem ruhigen Korsett lösen, die Melodien mehr als einfach nur Hoffnung präsentieren und Sänger Brett Detar den sensiblen Tönen auch mal aggressive Tonlagen folgen lässt, möchte man nicht mehr missen. Und so wandeln wir weiter in der Geschichte von The Juliana Theory, schwelgen im fast zehnminütigen „You Always Say Goodnight, Goodnight“ mit diesen bezaubernden elektronischen Beigaben sowie epischen Gitarrensoli, lauschen den unbeschwerten Sixties-Passagen bei „We´re At The Top Of The World“ und zelebrieren den Indiediskotheken-Gassenhauer „If I Told You This...“ mit völliger Ergebenheit.

Für die Stimmigkeit der Compilation erweist es sich als zuträglich, dass die letzten beiden Longplayer außen vor gelassen wurden. Und nicht nur die Platzierung der Songs, auch die Musik als solches zeigt während der gesamten Spielzeit die Stärken der Formation aus Pennsylvania. Eine perfekte Möglichkeit, die wichtigsten Jahre von The Juliana Theory nachzuholen und verwundert zu staunen, warum die Jungs es niemals richtig in Europa geschafft haben.

Anspieltipps:

  • For Evangeline
  • August In Bethany
  • If I Told You This Was Killing Me, Would You Stop?
  • You Always Say Goodnight, Goodnight
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