The Base - Things To Remember / Ways To Forget - Cover
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The Base Things To Remember / Ways To Forget


  • Label: Ixtuluh
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

System Of A Down haben eines. Bright Eyes und Tom Waits auch. Fred Durst hätte gern eines und Bruce Springsteen und Guns´n´Roses waren die Vorreiter dazu. Nein, die Rede ist nicht von Songwriter-Qualitäten oder technischem Firlefanz, sondern es geht um das (letzten Endes) kommerziell ertragreiche Doppelalbum. Ob sich der Künstler nun dazu entschließt gleich das gesamte Material, das sich angehäuft hat, auf eine überlange CD zu pressen, 2 Alben daraus zu machen, die in einem bestimmten Abstand veröffentlicht werden oder ein geteiltes Doppelalbum zu veröffentlichen, das nur gemeinsam in die Läden kommt ist durchwegs unterschiedlich. Finanziell am ertragreichsten ist es natürlich wenn zuerst beide Platten veröffentlicht werden und einige Zeit später auf einen Silberling gepresst als „Special Edition“ ausgewiesen erscheinen. Allerdings wäre das eine ziemliche Abzocke der Fangemeinde (Ryan Adams konnte sich angeblich gegen die Verbindung der beiden „Love is hell“-Teile nicht wirksam gegen die Plattenfirma durchsetzen) und würde zu einem Rückgang der selbigen führen. Lange Rede, kurzer Sinn – die Grazer Formation The Base hat mit „Things To Remember / Ways To forget“ nun auch ein Doppelalbum abgeliefert, dass sich durch die Gesamtdauer von etwas mehr als 40 Minuten locker auf eine Disc ausgegangen wäre.

Wenigstens sind die zwei Papphüllen nur gemeinsam erhältlich und das zu dem Preis einer einfach CD, so dass die Kosten-Nutzen-Rechnung für das Trio auf den ersten Blick nicht ganz aufzugehen scheint. Allerdings versuchen Norbert Wally (Gitarre, Gesang), Albrecht Klinger (Bass, Gitarre) und Karlheinz Miklin jr. (Schlagzeug, Perkussion) gar nicht mit ihrem Doppelschlag die Charts zu erklimmen, sondern wollen einfach nur ein paar Geschichten, die das Leben so schrieb, loswerden. Das fängt beim gesellschaftskritischen „Perfect hearts“ an und hört bei „Things to remember“ mit der verzwickten Liebesgeschichte in „Lipsticky slow“ auf. Wird gleich danach „Ways To Forget“ eingelegt bemerken selbst ungeübte Hörer wieso das Dutzend Songs getrennt wurde. Teil 2 ist einfach härter, rockiger und bockiger, was vom ersten nicht gerade behauptet werden kann. Mit „Basement days“, „Patty was a girl“ (ein Schelm wer bei den ersten paar Takten an „Polly“ von Nirvana denkt) oder “Party People” werden zwar kleine Episoden erzählt, sonderlich mitreißend ist das aber nicht, wenn der Text in gelangweilter Monotonie vorgetragen wird. Da nützt auch kein netter musikalischer Ansatz oder einfallsreiche Instrumente wie ein IKEA-Besteckhalter oder Kinderrasseln. Ein bisschen mehr Pep wäre hier angebracht gewesen.

Ganz im Gegenteil zu „Ways To Forget“. Diese sechs Stücke drücken den Hörer in den Sessel und stehen wie bereits erwähnt im krassen Gegensatz zu den anderen. Woran es bei „Say please“, „Not my dog”, “I´ll make it home” oder “Hanging my head in the sun” hapert ist die zündende Idee, der überspringende Funken, der aus diesen Tracks etwas Besonderes macht. In ihrer dargebotenen Form klingen sie einfach zu verbraucht, bereits dagewesen und austauschbar, wenn auch mit viel Druck eingespielt. Der Titel „My my my my“ hört sich außerdem nicht nur wie ein Lied der 5´6´7´8´s an, sondern klingt auch nach der durch Tarantinos „Kill Bill Vol. 1“ bekannt gewordenen Gruppe, selbst wenn sie sich die ersten zwei Strophen gespart hätten. Dadurch bleibt ein Gefühl zurück, das kurz mit „Schade“ ausgedrückt werden kann.

Falls es jemand interessiert, wieso Wallys Stimme auf „Things To Remember“ um einiges tiefer und rauer klingt, folgendes Zitat gibt darüber Aufschluss: „Ich habe die ruhigen Passagen vorwiegend in der Früh eingesungen. Wenn man am Vorabend nach gelungenen Aufnahmen ein bisschen feiern war, dann klingt das eben so.“ Jeder weitere Kommentar ist dann wohl überflüssig.

Anspieltipps:

  • Say Please
  • Not My Dog
  • Grab The Diva
  • Basement Days
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