Rihanna - A Girl Like Me - Cover
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Rihanna A Girl Like Me


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
3.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Rihanna hat sich wirklich weiterentwickelt – Nein, ehrlich! Sie schämt sich nicht mehr ihrer Offenherzigkeit.

Die Taktik, die Jay-Z für seine Entdeckung Rihanna einschlägt, ist wirklich interessant. Zuerst schneidert er der, seit Februar diesen Jahres, volljährigen Sängerin einen ganz passablen Floorfiller namens „Pon da Replay“ auf den zugegebenen nicht unattraktiven Körper, lässt die Veröffentlichung des Debüts zwei Wochen danach auf dem Fuß folgen, dass sich aufgrund der für den Rapper leider unterdurchschnittlich dargebotenen Ware mäßig verkauft („nur“ Gold in den USA mit Jay-Z als Aushängeschild ist zweifelsfrei keine Glanztat) und hat nichts Besseres im Sinn als ein halbes Jahr nach „Music Of The Sun“ mit dem Nachfolger „A Girl Like Me“ aufzukreuzen. Was sich Shawn Carter dabei gedacht hat, würde den Verfasser dieser Zeilen brennend interessieren.

Aber kommen wir zu Rihanna. Die hat sich wirklich weiterentwickelt – Nein, ehrlich! Sie schämt sich nicht mehr ihrer Offenherzigkeit, die in manch lustvoll dahingestöhnten Textpassagen auf dem Debüt durchgeschienen ist, sondern lebt diese, wie man im neuen Clip zu „SOS“, das sich die wohlbekannte Melodie vom Soft-Cell-Klassiker „Tainted love“ gekrallt hat, sehen kann auch in männerfreundlichem Outfit mit lasziv räkelnden Bewegungen aus. Der im Pressetext zum Debüt enthaltene Satz „Das Album schaut nach R&B aus – es steckt aber feinster Reggae drin!“ bewahrheitet sich diesmal aufgrund der wesentlich höheren Dichte an jamaikanisch angehauchten Tracks mehr, passt aufgrund des neu gelagerten Schwerpunktes auf „A Girl Like Me“ allerdings wieder nicht so ganz.

Das jüngste Steckenpferd der 18-Jährigen sind nämlich Balladen, obwohl diese auf „Music of the sun“ wesentlich besser funktionierten und zumindest eine Prise Eigenständigkeit vorzuweisen hatten, verkommen sie auf dem Nachfolger zu kitschigen Lückenfüllern. Man führe sich nur „Unfaithful“ zu Gemüte, das durch die stimmliche Darbietung von Rihanna zum Katzenjammer verkommt und Gänsehaut-Feeling im negativen Sinn verursacht. Unbegreiflich dass dieser Song die zweite Singleauskoppelung darstellen soll.

Neben den paar vor sich dümpelnden Reggaesongs (selbst der Gastauftritt von Sean Paul in „Break it off“ wirkt gekünstelt und steril) und den lieblosen, austauschbaren Balladen, bleibt eigentlich nichts über, das einen Kauf von „A Girl Like Me“ rechtfertigt, denn selbst die R´n´B-Songs wissen nicht so richtig zu gefallen oder erinnern wie im Falle von „If it´s lovin´ that you want Part 2“ an Songs anderer Kollegen (50 Cent – „Candy shop“), die ihre Sache wesentlich besser machen.

Anspieltipps:

  • Break It Off
  • Kisses Don´t Lie
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