Neil Diamond - 12 Songs - Cover
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Neil Diamond 12 Songs


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Rick Rubin hat Johnny Cash Mitte der 90er Jahre aus der Versenkung geholt und mit der vierteiligen „American“-Reihe unsterblich gemacht. Anderen Künstlern wie Incubus, Red Hot Chili Peppers, Slayer, Beastie Boys oder Tom Petty zauberte er legendäre Produktionen auf den Leib. Das macht Rick Rubin (43) zu dem wohl begehrtesten Producer der letzten 20 Jahre. Jetzt hat er die nächste Mission in Angriff genommen: Denkmalpflege von und mit Neil Diamond (65).

Ausgerechnet Neil Diamond möchte man sagen. Ein Barde, den man eher mit Schlagern als mit Singer/Songwriter-Musik in Verbindung bringt. Jemand, der seine größten Erfolge vor mehr als 30 Jahren feierte und auf 120 Millionen verkaufte Alben zurückblicken kann. Genau diesen Sänger mit dem unverwechselbaren Bariton gilt es nun, vier Jahre nach seinem letzten Studioalbum, zurück in die Spur zu führen. Nach „Unchained“ heißt es jetzt also „12 Songs“, wobei die deutsche Ausgabe 14 Songs an Bord hat und drei Monate nach der US-Version auf den Markt kommt.

Das Konzept ist so einfach wie klar. Der große alte Meister wird mit Akustikgitarre und einer hervorragenden Begleitband, bestehend aus Mike Campbell (Gitarre), Benmont Tench (Klavier, Orgel), Smokey Hormel (Gitarre), Larry Knechtel (Piano) und Billy Preston (Orgel), ins Aufnahmestudio gesperrt, um pathosreiche Lieder mit reduzierten Arrangements und großer Stimme zum besten zu geben. Im Vergleich zu Johnny Cash handelt es sich dabei ausschließlich um Eigenkompositionen, womit auch die leichte Schwäche des Albums aufgedeckt wird. Denn nicht alle 12 bzw. 14 Songs aus der Feder Neil Diamonds sind bestechend. Einiges wirkt einfach nur „ganz nett“ oder „harmlos“, sieht man dazu die emotionale Tiefe der letzten Cash-Aufnahmen.

Aber das bedeutet nicht, dass auch „12 Songs“ ein paar kleine Perlen bereithält. So ist der Einstieg mit den eindringlichen Tracks „Oh Mary“, „Hell yeah“ und „Captain of a shipwreck“ durchaus auf „Amercian Recordings“-Niveau. Zwischendurch wird es zwar etwas beliebig („Save me a saturday night“, „What’s it gonna be“), aber zusammen mit wunderbaren Lieder wie „Delirious love“ (einmal als schwungvoller Folksong mit Slide-Guitar-Einlage und als Bonustrack in der „Beach Boys“-Version zusammen mit Brian Wilson vertreten) und dem orgelgestützten Blues-Gospel „Man of god“ befinden sich ausreichend viele gelungene Titel auf „12 Songs“, dass es für ein gutes Album locker reicht.

Anspieltipps:

  • Oh Mary
  • Hell yeah
  • Create me
  • Delirious love
  • What’s gonna be
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