Kilimandscharo Dub And Riddim Society - Last Flight From Rwanda - Cover
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Kilimandscharo Dub And Riddim Society Last Flight From Rwanda


  • Label: Boomslang Rec./Lotus
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Multikultureller als bei der Kilimandscharo Dub & Riddim Society geht es wohl nicht mehr. Gitarrist Hervé Samb kommt aus Senegal, Perkussionist Kofi Quarshie aus Ghana, Pianist Peter Madsen stammt wie zweifacher Grammy-Gewinner (mit der Robert Cray Band 1987 und 1988 für das beste Blues-Album) und Bassist Richard Cousins aus den Staaten und Herbert Walser an der Trompete fühlt sich in Österreich zuhause. Initiator und Schlagzeuger des kurz KDR-Society betitelten länder- und kontinentübergreifenden Sechsers und ebenfalls alpenländischer Abstammung ist Alfred Vogel. Dieser war bei einem Konzert von Hervé Samb (zusammen mit David Murray) zugegen und war von dessen Künsten regelrecht erschlagen. Kurze Zeit später kam ihm die Idee für das polyglotte Unterfangen, da er ahnte, dass dieses „global zusammengewürfelte Sextett einnehmend inspiriert und inspirierend miteinander musizieren sollte.“

Herausgekommen ist „Last flight from Rwanda“, das innerhalb von vier Monaten in Bezau (Vorarlberg) eingespielt und von aleXdrum (Alex Deutsch) und Don Summer (Hannes Schober) produziert und abgemischt wurde. Die zehn Stücke gestalten sich mit Ausnahme des Intros „Elephantro“ äußerst ausschweifend und progressiv, sodass gerade einmal „Quickie in Tobago“ mit seinen vier Minuten das kürzeste darstellt. Der Rest pendelt zwischen fünf und zwölf Minuten. Bei der daraus resultierenden Länge mancher Songs stellt sich für den ungeübten Hörer zwischendurch eine gewisse Ungeduld oder Unverständnis ein, die allerdings für den Fan ausufernder Rock Jazz Stücke einen willkommenen Ohrenschmaus darstellen. Der Free Jazz wird kurz angeschnitten („Between the rox“, „While you slept“), sowie der Einfluss des Kontinents Afrika nicht zu überhören ist („Quickie in Tobago“) und der amerikanischer Ableger dessen, der Reggae, erfährt ebenfalls eine Widmung(„Sunday blunt“).

Diese Ethnien übergreifende LP, die das gemeinsame Musizieren und den Zusammenschluss unterschiedlichster musikalischer Backgrounds bedeutet, lässt sich nur schwer anpreisen. Freunde von progressivem oder Rock Jazz werden zwar auf ihre Kosten kommen, allerdings gibt es einige Passagen in den Stücken, von denen selbst diese abgeschreckt werden könnten. Der Sinn und die Intention hinter „Last flight from Rwanda“ ist die, offener für andere Kulturen zu werden und den kulturellen Austausch untereinander zu fördern, sodass geographische Grenzen praktisch nutzlos werden. Wer sich auf dieses musikalische Pamphlet einlässt, könnte zu einem besseren oder verständnisvolleren Menschen werden. Vielleicht reicht es aber auch nur für eine einstündige Entspannungspause – das ist dann wohl vom kulturellen Hintergrund abhängig.

Anspieltipps:

  • Hippies Were Dancing – The Pits
  • Last Flight From Rwanda
  • Capetown Commuter
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