Eric Burdon - Soul Of A Man - Cover
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Eric Burdon Soul Of A Man


  • Label: SPV Records
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Eric Burdons Qualitätskurve ist weiterhin auf dem Weg nach oben.

In den 60ern als schwärzeste Stimme Englands gefeiert, schaffte es Eric Burdon innerhalb kürzester Zeit seinen Status als angesehener Rhythm´n´Blues-Interpret durch Alkohol- und Drogenexzesse während der Flower-Power Bewegung zu verlieren. Nicht nur Auftritte mussten abgesagt werden oder wurden aufgrund des zugedröhnten Sängers ausgebuht, auch sein Werkzeug, diese unvergleichlich markante Bluesstimme, die aus ihm einen Star gemacht hatte, trug ihre Konsequenzen davon. Viele Jahre geprägt durch künstlerische Ebbe vergingen, bis er in den neunziger Jahren auf einer Tour durch die Staaten zusammen mit Robby Krieger von The Doors auf Brian Auger trifft und alle drei gemeinsam die Platte „Access all areas“ einspielen. Burdon wird daraufhin in die Rock´n´Roll Hall of Fame aufgenommen und versucht sein Comeback weiter auszubauen. Nach diversen Live-Alben und einer Neuauflage seiner Biographie präsentiert er mit der dazugehörigen Platte „My secret life“ 2004 neues Material, auf der Passagen wie „I'm not afraid of dying anymore, because it's the only chance I've got to meet my maker“ vernommen werden können.

Das zweite Studioalbum im neuen Jahrtausend hört auf den Namen „Soul Of A Man“ und enthält 14 Interpretationen von Blues-Klassikern, die Burdon den verstorbenen Ray Charles und John Lee Hooker widmet. Den Auftakt macht die gut gemeinte, inspirierte und Gospel angehauchte Nummer „Soul of a man“, die nach mehreren Durchläufen leider zu einer Bierzelt-Schunkelnummer mit Publikums-Anheizattitüde verkommt. Da gefällt das groovende und treibende „Kingsize Jones“ schon wesentlich besser, das von einem engagierten Burdon untermalt wird. Im Anschluss presst sich der Ex-Animals-Sänger durch „Red cross store“ und lässt den Cha Cha Cha in „Como se llama mama“ erklingen, bevor die ersten ruhigeren Stücke am Horizont erscheinen. „Forty days and forty nights“, „GTO“ und „I don´t mind“ sind diese typischen Blues-Tracks, wegen denen Burdon als einer der wenigen verbleibenden Exemplare dieses Genres angesehen wird, da er es vollbringt sie trotz seiner Herkunft nur durch die Stimme in all ihren traurigen und schwermütigen Facetten erstrahlen zu lassen.

Im Gegensatz zu diesen faszinierenden Darbietungen gibt es allerdings auch Durchschnittliches auf „Soul Of A Man“ zu hören. Die „Slow moving train“ entpuppt sich als eine eins-zu-eins Übersetzung des Titel in die Musik, „Don´t ever let nobody drag your spirit down“ kommt über den Wert einer normalen Blues-Nummer nicht hinaus und „Forty four“ besticht bestenfalls durch die Ähnlichkeit zu einem Song der Rolling Stones. Was vor allem in den ruhigeren Tracks zum Vorschein kommt ist die angeschlagene Stimme. Dadurch macht Burdon bei den flotteren Stücken eine deutlich bessere Figur, da er sie nicht alleine tragen muss und stimmliche Eskapaden durch die lautere Instrumentation kaschiert werden. Nichtsdestotrotz ist hörbar, dass er erstaunlich viel Herzblut in die Platte gelegt hat, etwas, dass ihm viele in dieser Form nicht mehr zugetraut hätten. Umso erfreulicher das Eric Burdons Qualitätskurve weiterhin auf dem Weg nach oben ist.

Anspieltipps:

  • GTO
  • I Don´t Mind
  • Kingsize Jones
  • Forty Days And Forty Nights
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