Hundred Reasons - Kill Your Own - Cover
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Hundred Reasons Kill Your Own


  • Label: V2/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Kill Your Own“ bekennen sich Hundred Reasons eindeutig zum Mainstream.

Die großen Plattenfirmen überraschen doch immer wieder mit kuriosen Entscheidungen. Warum z.B. die vielversprechende Nachwuchsband Hundred Reasons aus England nach den beiden Alben „Ideas Above Our Stations” (2002) und „Shatterproof Is Not A Challenge“ (2004) und immerhin 200.000 verkauften Einheiten von Columbia/SonyBMG gedroppt wurde, bleibt wohl für alle Ewigkeiten ein Geheimnis der Verantwortlichen Manager. Dass man einen Act sorgsam aufbaut, ist wohl nicht mehr an der Tagesordnung. Eine echte Schande!

Aber Colin Doran (Gesang), Andy Gilmour (Bass), Paul Townsend (Gitarre), Andy Bews (Drums) und Larry Hibbitt (Gitarre) haben nicht aufgegeben und sich mit V2 Records ein neues Label gesucht. Dieses wird sich die Hände reiben, denn das dritte Album von Hundred Reasons, „Kill Your Own“, strotzt nur so vor Alternative-Rock-Hits. Mit weitaus weniger Schnörkeln als auf dem Emo-lastigen Vorgängern, gehen die Briten diesmal zu Werke und liefern elf von Dave Sardy (The Dandy Warhols, Far, Marilyn Manson, Jet) produzierte Hardrockperlen ab. Ihre Herkunft hört man den Jungs zwar bei den (brit)poppigen Melodien an („Breathe again“), aber die Vorbilder von Hundred Reasons sind eindeutig im US-Post-Grunge und Alternative-Rock-Bereich á la Foo Fighters zu suchen.

Sänger Colin Doran ist alles andere als ein Emo-Brüllaffe, doch auch er macht sich ab und zu schreiend Luft („Broken hands“, „A better way“). Seine Stimme besticht vor allem durch die Wandlungsfähigkeit, hart rockende Tracks wie „Live fast, die ugly“ genauso emotional wie balladeskes Material („This mess“) darzubieten. So wird zu Beginn des Album ordentlich Druck gemacht und heftig nach vorne gerockt („Kill your own“, „Broken hands“), ehe im Mittelteil Songs mit herausragenden Melodien an den Rock-Charts rütteln („Destroy“, „The chance“, „The perfect gift“, „Feed the fire“).

Mit „Kill Your Own“ bekennen sich Hundred Reasons eindeutig zum Mainstream, ohne auf Härte zu verzichten. Das macht Spaß und sollte den Verantwortlichen von Columbia Records zu denken geben. Ein tolles Album!

Anspieltipps:

  • The Chance
  • Feed the fire
  • Breathe again
  • No pretending
  • The perfect gift
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