MakroSoft - Stereo Also Playable Mono - Cover
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MakroSoft Stereo Also Playable Mono


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 64 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Man nehme ein Bündel Klassiker aus der Rock- und Popgeschichte von so berühmten Bands wie Metallica, Green Day, R.E.M., Nirvana, The Velvet Underground, Soundgarden, Kraftwerk und The Clash, wandle diese in schnieke Lounge-Pop- bzw. Easy-Listening-Songs um, garniere die Stücke mit den Stimmen von William S. Burroughs, Otto Sander, Frank Z., Ricky Shane und Oskar Sala und packe alles auf einen Tonträger. Fertig ist ein hochglanzpoliertes Stück Plastik zur Beschallung von Einkaufszentren, Cocktailbars, Wartezimmern und Fahrstühlen.

Hinter dieser sicher nicht ganz neuen Idee stecken die Herren Trini Trimpop (Ex-Manager und Schlagzeuger der Toten Hosen), Jörg Hahn (Studiomusiker) und Rüdiger Esch (Bassist von Die Krupps). Zusammen verwursten sie als MakroSoft u.a. so unantastbare Lieder wie „Smells like teen spirit“, „Basket case“, „Losing my Religion“, „Enter sandman“, „London calling“, „Imagine“ und „Venus in furs“ zu einem seichten Soundtrack für gestresste Business People, die auf bescheuerten After-Work-Partys herumhängen. Und das geht natürlich überhaupt nicht!

Zugute halten kann man der Produktion, dass alle 16 Tracks auf „Stereo Also Playable Mono“ einen eigenen Charakter besitzen und auf unterschiedliche Instrumentierungen setzen (Beispiele: „Black hole sun“ kommt mit Bläsern daher, „Smells like teen spirit“ mit Gitarren, „Should I stay or should I go“ kombiniert HipHop-Beats mit Flöten und „Losing my religion“ wird in ein „Mundharmonika meets Westernstiefel“-Gewand aus der Abteilung „Ennio Morricone für Arme“ gesteckt). Dazu flötet „Das Modell“ von Kraftwerk wie Kirmesmusik aus den Lautsprechern und Iggy Pops „The Passenger“ wird in bester Crooner-Manier an die Wand gefahren. Nein, das ist nicht ästhetisch oder aufregend neu, sondern komplett überflüssig und bisweilen ziemlich ärgerlich.

Wenn dann zu allem Überfluss auch noch das Infoschreiben des Labels MakroSoft ungerechtfertigt in Zusammenhang mit der Elektro-Pop-Tradition der Stadt Düsseldorf (NEU, Der Plan, Kraftwerk) bringt, geht dem Puristen das Messer in der Hose auf. Schließen haben in der Vergangenheit bereits so komische Vögel wie Mambo Kurt mit diesem Gedudel genervt – und jetzt kommen MakroSoft mit ähnlichen Verbrechen an der Pop- und Rockmusik daher. Das ist pure Blasphemie und hat rein gar nichts mit der „Düsseldorfer Schule“ zu tun. Deshalb: Bitte ganz schnell ausschalten!

Anspieltipps:

  • Basket case
  • I will survive
  • Venus in furs
  • Enter sandman
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