Sasha - Open Water - Cover
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Sasha Open Water


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es bleibt das erfreuliche Fazit, dass sich Sasha Schritt für Schritt zusammen mit erfahrenen und begabten Musikern zum wirklich eigenständigen Künstler entwickelt.

Der Sasha ist wieder da! Nach seinem zweijährigen überaus erfolgreichen Identitätswechsel zum Rock'n'Roller Dick Brave liegt nun das erste musikalische Lebenszeichen seit dem Megaseller „Surfin On A Backbeat“ aus dem Jahre 2001 vor.

In Soest geboren, lebt der als Schmusesänger verschriehene Sascha Schmitz heute mit der Musikerin Marta Jandova von der Band Die Happy in Hamburg. Sie ist bei diesem neuen Werk als Backgroundsängerin tätig. Produziert haben den Longplayer wieder Pete Smith und Fabio Trentini. Für die Kompositionen sind neben dem smarten Sänger unter anderem der norddeutsche Songwriter Robin Grubert und Peter Kvint, der auch schon für „Die Happy“ arbeitete, verantwortlich. Als Gitarrist fungierte Oli Rüger, der in der Indieszene einen guten Namen hat. Bei seinen früheren Werken hatte Sasha mit Text und Komposition wenig zu tun, aber das ändert sich nun.

Die erwähnte Unterstützung aus dem Independentbereich schadet überhaupt nicht, im Gegenteil: Die ersten Klänge der CD bestätigen, dass sich Sasha wirklich musikalisch weiterentwickelt hat. Der Opener „Alive“ besticht durch eine einfache Melodieführung, die durch Gitarren und Drums bestimmt wird und mit einprägsamem Backgroundgesang, der einfach Spaß macht. Unbestritten ist, dass Sasha eine ziemlich unverwechselbare Stimme besitzt, die er variantenreich einsetzen kann. Die Texte erreichen nicht unbedingt das Niveau der Musik, das ist aber fast der einzige echte Kritikpunkt.

Die Singleauskoppelung „Slowly“ beginnt langsam, einige leichte Temposteigerungen später brennt sich das ganze in das Gehirn ein und bleibt dort. Die einzige richtige Ballade heißt „How do you know“ und erzeugt die erhoffte Gänsehaut. Einzig das Titelstück „Open Water“ ist ein wenig misslungen, da es nicht das Niveau der anderen zwölf Tracks hält. Dafür verbreitet „Wake the sun“ im Schlussteil richtige Sommerstimmung. Die positive Bewertung verdankt der Soester also vorwiegend den geschickten Tempowechseln, die Abwechselung bringen und natürlich den guten Melodien. Die Entdeckung, dass es handgemachten Gitarrenpop gibt, der sehr radiotauglich sein kann, hat auch Sasha gemacht. Man benötigt, wie bei durch gutes Songwriting entstandenen Alben üblich, mehrere Hördurchgänge, um die Melodien komplett kennen zu lernen.

Es bleibt das erfreuliche Fazit, dass sich Sasha Schritt für Schritt zusammen mit erfahrenen und begabten Musikern zum wirklich eigenständigen Künstler entwickelt, der trotzdem weiter Hits produziert, obwohl er seine musikalische Ausrichtung etwas geändert hat: vom Schmuse- zum Gitarrenpop, gepaart mit einem Hauch Indieflair. Die Erwartungen der Kritiker wurden nicht erfüllt, denn Sasha hat nicht seinen Stil vollkommen geändert, aber trotzdem eine neue interessante Facette seiner Fähigkeiten gezeigt, die ihm so wohl keiner zugetraut hat. Sicherlich ist nicht jeder Song genial, doch noch steht der Wahlhamburger am Beginn seiner Komponistentätigkeit.

Anspieltipps:

  • I'm alive
  • Automatic
  • Slowly
  • Good things
  • How do you know
  • Wake the sun
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